Österreichische Nationalbibliothek


Die Österreichische Nationalbibliothek in Wien ist die öffentlich zugängliche, zentrale wissenschaftliche Bibliothek der Republik Österreich. Sie befindet sich in der Neuen Burg am Heldenplatz, die historischen Sammlungen und die Verwaltung sind vom benachbarten Josefsplatz zugänglich. Weitere Abteilungen befinden sich in anderen Teilen der Hofburg und im Palais Mollard-Clary in der Herrengasse. Die zuständige Aufsichtsbehörde der Österreichischen Nationalbibliothek ist das Bundeskanzleramt.

Als Nationalbibliothek sammelt sie unter anderem die Pflichtexemplare aller in Österreich erschienenen oder hergestellten Druckwerke. Darunter sind alle von den österreichischen Universitäten approbierten Dissertationen. Seit Juli 2000 wurde die Sammlung von Pflichtexemplaren auf elektronische Medien ausgeweitet. Mit dem Projekt ANNO werden auch historische Zeitungen und Zeitschriften gescannt und online zur Verfügung gestellt.

Im Kaisertum Österreich, ab 1867 in Österreich-Ungarn, war die Bibliothek bis zum Ende des Ersten Weltkrieges als Wiener Hofbibliothek eine der umfangreichsten Universalbibliotheken der Welt. Heute liegt der Schwerpunkt der Sammlung im geisteswissenschaftlichen Bereich.

Als Bundesmuseum umfasst die Österreichische Nationalbibliothek auch fünf spezielle Angebote: den Prunksaal, das Papyrusmuseum, das Globenmuseum, das Esperantomuseum und das Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek im denkmalgeschützten ehemaligen k.k. Hofkammerarchiv in der Johannesgasse 6 im 1. Wiener Bezirk.

Die Österreichische Nationalbibliothek befindet sich in der Hofburg im 1. Wiener Bezirk. Der historische Zugang erfolgte vom Josefsplatz, der aktuelle Zugang zum Lesesaal in der Neuen Burg besteht vom Heldenplatz aus.

Der Prunksaal war das erste Gebäude, das eigens für die Hofbibliothek gebaut wurde, vorher wurden die Bücher im Minoritenkloster gelagert. Der Bau wurde 1723 von Johann Bernhard Fischer von Erlach begonnen und nach dessen Tod von seinem Sohn Joseph Emanuel 1726 fertiggestellt. Die Skulpturen auf dem Gebäude stammen von Lorenzo Mattielli. Der Prunksaal ist nach der ursprünglichen Aufstellung der Bücher in eine Kriegs- und Friedensseite geteilt, was sich in den Fresken widerspiegelt. Diese stammen von Daniel Gran. Das Fresko in der Mittelkuppel stellt die Apotheose Karls VI. dar, dessen Bild von Herkules und Apoll gehalten wird. Um das Bild des Kaisers sind in einem komplizierten Programm allerlei allegorische Figuren versammelt, die die Tugenden der Habsburger und den Reichtum ihrer Länder symbolisieren sollen.


Eingang Heldenplatz, Neue Burg
Eingang Josefsplatz, alte Hofbibliothek
Barocker Prunksaal
Das Palais Mollard-Clary an der Herrengasse beherbergt die Musik- und die Globensammlung sowie das Esperantomuseum und die Plansprachensammlung
Josefsplatz
Stiege zum Prunksaal der Hof-Bibliothek
Stufen, Podeste der Stiege zum Prunksaal aus glattpoliertem Kaisersteinbrucher Kaiserstein