Siebener-Rugby


Siebener-Rugby (auch 7er-Rugby, englisch Rugby Sevens) ist ein Sport aus der Familie der Rugbysportarten und wurde 2016 in das Programm der Olympischen Spiele aufgenommen. Er entstand aus dem klassischen Rugby Union und wird, im Gegensatz zur herkömmlichem Variante, mit nur 7 statt 15 Spielern gespielt.

Siebener-Rugby wird vom Weltverband World Rugby gefördert und besitzt, genau wie Rugby Union, ein offizielles Regelwerk. Die Grundlage bildeten die Rugby-Union-Regeln, das Spielfeld besitzt somit dieselbe Größe.

Die Dauer eines Spiels wird jedoch auf 2 mal 7 Minuten mit einer Minute Halbzeitpause beschränkt. Auf diese Weise können Siebener-Rugby-Turniere an einem Tag oder einem Wochenende veranstaltet werden. Durch die verringerte Spielerzahl bei gleicher Platzgröße hat die angreifende Mannschaft einen Vorteil und Punkte werden häufiger erzielt. Da durch die Rahmenbedingungen auch der Ballbesitz mehr Wert als Feldvorteile hat, wird, nachdem Punkte erzielt wurden, im Gegensatz zum Rugby Union der Ankick von der Mannschaft ausgeführt, die erfolgreich war. Erhöhungtritte und Straftritte müssen per Dropkick ausgeführt werden. Gasse und Gedränge, mit jeweils fester Anzahl von drei Spielern, sind Standardsituationen des Spiels, wobei bei einigen Vergehen statt eines Gedränges ein Freitritt verhängt wird.

So gut wie alle Siebener-Rugby-Spieler spielen auch Rugby Union. Meist bestehen Mannschaften im Siebener-Rugby aus Spielern der im Rugby Union üblichen Hintermannschaft und den Dritte-Reihe-Stürmern, da diese für das schnellere und laufintensivere Spiel körperlich besser geeignet sind und über eine bessere Ballbehandlung verfügen.

Erfunden wurde das Siebener-Rugby 1883 von Ned Haig, einem Metzger aus der schottischen Stadt Melrose. Gedacht war es als einmalige Aktion, um Geldmittel für den örtlichen Rugby-Union-Verein zu beschaffen, doch die Idee fand beim Publikum Anklang. Das erste offiziell vom Weltverband unterstützte Spiel fand 1973 im Murrayfield Stadium in Edinburgh zum hundertjährigen Jubiläum des schottischen Rugbyverbandes statt. Drei Jahre später fand zum ersten Mal das Hong-Kong-Sevens-Turnier statt, bis heute das traditionsreichste Turnier innerhalb des Siebener-Rugby.

Die Siebener-Rugby-Weltmeisterschaft wurde erstmals 1993 ausgetragen. Sie wird seit dem alle vier Jahre ausgetragen, wobei die für das Turnier qualifizierten Nationalmannschaften um die Melrose-Cup-Trophäe spielen.


Gedränge beim Siebener-Rugby während eines Spiels zwischen Polen und Wales
Gasse beim Siebener-Rugby während eines Spiels zwischen Deutschland und Georgien
Spielpark des Melrose RFC, die Gründungsstätte des Siebener-Rugby