Abuja


Abuja [aˈbuːdʒa] ist seit dem 12. Dezember 1991 die Hauptstadt von Nigeria in Westafrika. Sie hat derzeit (Berechnungsstand 2017) ca. 2,7 Millionen Einwohner.[1] Abuja ist auch die Hauptstadt des Federal Capital Territory. Das Territory (Sonderform eines Bundeslandes) wird direkt von der Bundesregierung durch einen Bundesminister verwaltet (Ministry of FCT) und entsendet einen eigenen Senator in die nigerianische Nationalversammlung. In Abuja befindet sich der Sitz des Sekretariats der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS).

Abuja liegt in Zentral-Nigeria zwischen dem muslimisch dominierten Norden und dem christlich dominierten Süden. Die Lage wurde beim Umzug der Hauptstadt von Lagos bewusst gewählt, um einen gleichwertigen Zugang zu politischer Macht für beide Landesteile zu symbolisieren.[2]

Die Phase 1 der Stadt umfasst die fünf Bezirke (Districts) Asokoro, Central, Garki, Maitama und Wuse. Umschlossen werden diese fünf Bezirke von einem Autobahnring, lediglich der Stadtteil Asokoro ragt etwas darüber hinaus. Der Central District ist als Geschäfts- und Verwaltungszentrum geplant und teilweise realisiert. In diesem Bereich finden sich Gerichte, Ministerien und der Sitz des Präsidenten. In den Stadtteilen Asokoro und Maitama sind viele Botschaften angesiedelt.

In der Phase 2 schließen sich die Bezirke Dakibiyu, Durumi, Dutse, Gudu, Jabi, Jahi, Katampe, Kaura, Kukwaba, Mabushi, Utako, Wuye und Yado an, wovon bisher erst einige realisiert sind. Umschlossen werden sie von einem zweiten Autobahnring, der bereits fertiggestellt ist und die Autobahnen nach Kubwe und zum Flughafen miteinander verbindet.

Abuja weist eine warme und feuchte Regenzeit auf, die von etwa April bis Oktober dauert und auf deren Höhepunkt im Juli und August täglich ergiebige Niederschläge fallen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen dann knapp unter 30 Grad, die Temperaturen in der Nacht unterschreiten die 20 Grad nicht. Außerhalb der Regenzeit, in der Trockenzeit fällt beinahe überhaupt kein Niederschlag und die Temperaturen steigen täglich über 35 Grad, seltener auch über 40 Grad. Die Temperaturen in den Nächten betragen nicht unter 20 Grad. Zum Ende der Trockenzeit, etwa von Januar bis März, kann der Harmattan, ein Landwind aus Nordosten, große Mengen Staub aus der Sahara transportieren. Dieser Staubschleier verschlechtert die Sicht, belastet auch die Atemwege und führt häufig zu schlechteren Mobiltelefon- und Satellitenverbindungen. Die Länge der Tage unterscheidet sich im Jahresverlauf kaum, die Sonne geht zwischen 6 und 7 Uhr morgens auf und zwischen 18 und 19 Uhr unter.[3]


Die Nationalmoschee in Abuja
Die Nationalkirche in Abuja
Millennium-Park mit Blick auf die Innenstadt, 2019
Zuma Rock bei Abuja