Altertum


Altertum ist ein Begriff der Geschichtswissenschaft. Für die mediterran-vorderasiatischen Zivilisationen umfasst er den Zeitraum vom Ende der Urgeschichte (bis Mitte 4. Jahrtausend v. Chr.) bis zum beginnenden Mittelalter (ab 6. Jahrhundert). Räumlich bezieht er sich auf den Mittelmeerraum und Vorderasien. Das Altertum umfasst die klassische Antike sowohl zeitlich (je nach Abgrenzung ab dem 17./16., 11. oder 8. Jahrhundert v. Chr. bis ca. 600 n. Chr.) als auch räumlich (Antikes Griechenland und Römisches Reich).

Am Anfang des Altertums steht die Ausbildung der Schrift und der altorientalischen Reiche Vorderasiens – Mesopotamien (Sumer, Akkad, Babylonien, Mittani, Assyrien), Iranisches Hochland (Elam, Medien, Persien), Levante (Ugarit) und Kleinasien/Anatolien (Hethiterreich, Phrygien, Lydien, Luwien) – sowie Ägyptens.

Das Altertum endet mit dem Zerfall des römischen und sassanidischen Staatengefüges während der Völkerwanderung und der arabischen Expansion (Untergang Westroms 476/480; Tod Justinians 565; Vernichtung des Sassanidenreichs 651). In der neueren Forschung wird die Übergangszeit zwischen Antike und Mittelalter (vom Ende des 3. bis zum Anfang des 7. Jahrhunderts) als eigener Abschnitt des Altertums gezählt, siehe Spätantike.

Die ersten Zivilisationen des Altertums entstanden aus dem voll entwickelten Neolithikum (Chalkolithikum) heraus. Diese Zivilisationen waren gekennzeichnet durch produzierende Landwirtschaft (Ackerbau, Viehhaltung), arbeitsteilige Gesellschaften (Spezialisierung), grundlegende metallurgische Techniken, überregionalen Handel und Vorratswirtschaft sowie durch Sesshaftigkeit in ummauerten Siedlungen. Mit den folgenden Kulturen verbindet sich die Ausbildung der Schrift. Bildzeichen (Symbole) entwickelten sich weiter ab Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. – möglicherweise in gegenseitiger Beeinflussung – in Mesopotamien zur Keilschrift und in Ägypten zu den Ägyptischen Hieroglyphen. Letztere wurden ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. durch kanaanitische Vermittlung noch weiter zu Alphabetschriften entwickelt. Diese neuartigen Aufzeichnungsverfahren ermöglichten die Bildung von Staaten mit dauerhaft eingerichteten Herrschafts-, Verwaltungs- und Religionsapparaten, die als erste Hochkulturen den Beginn des Altertums markieren.


Die Ruinen von Persepolis, Residenzstadt der persischen Achaimeniden
Keilschrift-Tontafel
Oberer Teil der Stele mit dem Text von Hammurapis Gesetzescodex
Assyrische Skulptur eines geflügelten Stieres aus Khorsabad (im Hintergrund eine Darstellung des Gilgamesch (Louvre))
Dareios I. Darstellung auf einer griechischen Vase
Büste des Sokrates
Zeitgenössische Büste Alexanders des Großen
Das Forum Romanum heute
Caesars Tod (Historiengemälde aus dem 19. Jahrhundert)
Augustusstatue von Primaporta, heute in den Vatikanischen Museen