Altes Ägypten


Altes Ägypten ist die allgemeine Bezeichnung für das Land Ägypten im Altertum. Der ägyptische Name lautete Kemet und bedeutet „schwarzes Land“. Kemet bezeichnet das Delta des Nils und geht auf den schwarzen Schlamm zurück, der nach der jährlichen Nilschwemme als Auensediment die Bodenfruchtbarkeit erhöhte, so dass stets gute Ernten möglich waren. Eine andere Bezeichnung für das Land des Altertums war Ta meri (T3 mrj), was mit „geliebtes Land“ übersetzt wird.[1]

Die ägyptische Geschichte, soweit sie durch materielle Zeugnisse für die Geschichtsschreibung fassbar ist, umfasst die Perioden von der Frühzeit bis zur Eroberung durch das Römische Reich. Sie wird in mehrere Epochen unterteilt.

Die Entstehung der ägyptischen Kultur liegt in fernen Urzeiten. Die als Hochkultur bekannte Kultur begann in der Frühdynastischen Periode, als in Oberägypten ein erstes Reich entstand. Militärische Expansionen Richtung Nildelta vergrößerten dieses Reich. Dort wurde das heutige Unterägypten erobert – damit vollzog sich der erste Schritt der Reichseinigung.

Das Land wurde zentral vom ägyptischen König (Pharao) regiert, der als Sohn des Sonnengottes Re galt. Das Volk verehrte ihn als einen Vertreter des Göttlichen auf Erden und damit Inhaber eines göttlichen Amtes. Als Herrscher besaß er uneingeschränkte Machtbefugnisse. Er war der einzige Eigentümer von Grund und Boden mit allen darauf befindlichen Produkten, und er verfügte über Bodenschätze, sowie die Beute aus Kriegszügen.[2]

In der Regel übte der König seine Herrschaft von der Thronbesteigung an bis zum Lebensende aus. Seine Nachfolge trat der älteste mit der Hauptgemahlin gezeugte Sohn an. König und Königsfamilie waren in einem eigenen Palast untergebracht, der sowohl öffentlich als auch privat genutzt wurde und sich zumeist in der Hauptstadt des Landes befand.

Der ägyptische König hatte für das absolute Wohl des Landes und für die Aufrechterhaltung der Weltordnung (Maat) zu sorgen. Er erließ alle Gesetze und Dekrete, überwachte Wirtschaft und Handel, besaß die Oberbefehlsgewalt über das Heer und bestimmte das Bauprogramm, insbesondere den Bau von Tempeln. Daneben ließ er notwendige Reformen durchführen, ernannte oberste Minister, die ihn bei der Ausübung seines Regierungsamtes unterstützten und verlieh das Ehrengold an seine Untergebenen für besondere Leistungen. Darüber hinaus sorgte er im ganzen Land für die Aufrechterhaltung der Tempelkulte, die von stellvertretenden Priestern durchgeführt wurden. Große Sorgfalt galt der Vorbereitung auf sein ewiges Leben. Mit der Anlage des Königsgrabes wurde meist schon während seines Regierungsantrittes begonnen.


Die Göttin Maat als Verkörperung von Gerechtigkeit und Wahrheit
Ägyptischer Streitwagen
Karte des Niltals und des Nildeltas mit den ägyptischen Altertümern
Luxor-Tempel von der Seite mit Pylon (links)
Szene aus dem Pfortenbuch (einem Unterweltsbuch) aus dem Grab von Ramses IV., Tal der Könige
Erster Pylon des Isis-Tempels von Philae
Abschnitt des Papyrus Ebers
Die Cheops-Pyramide
Ägyptische Malerei, um 1400 v. Chr.
Übersicht: Alter Orient