Appellation d’Origine Contrôlée


Appellation d’Origine Contrôlée (abgekürzt AOC; französisch für etwa „kontrollierte Herkunftsbezeichnung“) war ein Schutzsiegel für bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Frankreich und der Schweiz, wie etwa Wein, Champagner, Calvados, Butter, Käse und Olivenöl. Es mündete endgültig 2014 in das EU-weit gültige System der geschützten Herkunftsbezeichnungen.

Das Institut national de l’origine et de la qualité (INAO) erteilte die AOC-Rechte und entschied über alle damit zusammenhängenden Fragen.

Voraussetzung für die Erteilung des AOC-Zertifikates war die Einhaltung gewisser Kontrollbestimmungen:

Unter französischem Recht war es verboten, Erzeugnisse unter AOC-geschützten Namen herzustellen oder zu verkaufen, wenn sie nicht die geforderten Bedingungen erfüllten. Nicht einmal Namensteile durften verwendet werden, was – da viele AOC-Namen einen Zusammenhang mit dem Herstellungsort erkennen lassen – zu der eigenartigen Situation führte, dass andere Hersteller am Ort ohne AOC-Zertifizierung auf ihren Produkten nur die Postleitzahl als Herkunftsangabe führen durften. Mit Ausnahme von Champagner wurden alle AOC-zertifizierten Erzeugnisse durch ein Siegel auf dem Etikett oder der Rinde (bei Käse) gekennzeichnet. Fehlte das Siegel, z. B. bei Bordeaux-Wein, dann war der AOC-Charakter des Weins, z. B. des Médoc, angegeben als „Appellation Médoc Côntrolée“, nicht etwa als „Médoc AOC“.

Die Geschichte des AOC-Siegels reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, als die Erzeugung von Roquefort durch ein Parlamentsdekret geregelt wurde.

1905 räumte ein erstes Gesetz die Möglichkeit ein, die Herkunftsgebiete bestimmter Produkte amtlich festzulegen. Qualitätsanforderungen waren dabei noch nicht vorgesehen. Ein weiteres Gesetz aus dem Jahr 1919 verwies die Kompetenz für diese Festlegungen an die Gerichte, was in vielen Regionen langwierige Rechtsstreitigkeiten zur Folge hatte. Am 30. Juli 1935 wurde schließlich per Gesetz das Institut INAO (Institut national des appellations d’origine des vins et des eaux-de-vie) gegründet, das über die Vergabe der AOC-Rechte und alle damit zusammenhängenden Fragen und Streitigkeiten entscheidet. Es überprüft die entsprechenden Bestimmungen, die dann vom Landwirtschaftsministerium in Paris per Dekret erlassen werden. Das Gesetz vom 2. Juli 1990 weitete schließlich die Kompetenzen des INAO auf alle landwirtschaftlichen Produkte aus.


Französisches AOC-Logo