Ari Folman


Ari Folman (hebräisch ארי פולמן; * 17. Dezember 1962 in Haifa) ist ein israelischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent polnisch-jüdischer Herkunft.[1]

Ari Folman absolvierte Anfang der 1980er Jahre seinen Militärdienst in der israelischen Armee und nahm am Israelischen Feldzug im Libanon teil. Danach bereiste er als Rucksacktourist mehrere Monate lang Asien. Der Auslandsaufenthalt inspirierte ihn dazu, nach seiner Rückkehr in Israel Filmwissenschaft zu studieren.[2] Erfolg als Regisseur war Folman bereits mit seinem Abschlussfilm an der Filmhochschule, Comfortably Numb (1991), beschieden. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms, den er gemeinsam mit Ori Sivan realisierte, standen die irakischen Raketenangriffe auf Tel Aviv während des zweiten Golfkriegs 1991. Der Film gewann 1991 einen Preis auf dem Jerusalem Film Festival und im selben Jahr auch den Ophir Award, den israelischen Filmpreis, in der Kategorie Bester Dokumentarfilm.[3][2]

Zwischen 1991 und 1996 widmete sich Folman in verschiedenen Fernsehdokumentationen dem Nahostkonflikt, ehe er, erneut mit Ori Sivan, seinen ersten Spielfilm Saint Clara (1996) inszenierte. Für die Verfilmung eines Romans des Tschechen Pavel Kohout zeichneten beide auch für das Drehbuch verantwortlich. In der Titelrolle ist Lucy Dubinchik als 13-jähriges russisches Immigrantenkind zu sehen, das mit seinen übernatürlichen Kräften in der neuen Schule in Israel den Mitschülern zum sicheren Bestehen einer Mathematik-Prüfung verhilft. Clara gewinnt die Liebe des gleichaltrigen Mitschülers Tikel (gespielt von Halil Elohev), der mit ihrer Hilfe versucht, eine Revolution anzuzetteln. Mit Saint Clara gelang es Folman und Sivan, an ihren Erstlingserfolg anzuknüpfen; für ihren sympathischen und humorvollen Blick auf die Kinder, ohne jede Sentimentalität, erhielten sie internationales Lob der Kritiker.[4] 1996 war der Film mit sechs Auszeichnungen der große Gewinner bei der Verleihung des Israelischen Filmpreises. Neben den Preisen für Film und Hauptdarstellerin wurden auch Folman und Sivan für ihre Regie geehrt. Bei der Oscarverleihung 1997 stand Saint Clara in der Auswahlliste für den besten fremdsprachigen Film, konnte sich aber nicht unter den fünf Nominierten platzieren.[5]


Ari Folman im Juli 2008 auf dem Filmfestival Karlovy Vary