August Jäger (Autor)


August Jäger (* 13. August 1808 in Ringelheim, Königreich Westphalen, später Königreich Hannover, heute Salzgitter; † 8. Dezember 1848 in Nietleben) war ein deutscher Schriftsteller. Bekannt ist er unter seinem Pseudonym August von Schlumb.

Als Sohn des Oberamtmanns Heinrich Jäger und seiner Frau Wilhelmine geb. Jacobs bezog August Jäger im Oktober 1819 als Stadtscholarius das Paedagogium der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale). Für seinen 1821 verstorbenen Vater wurde der Kaufmann Schmitz aus Harbke als Vormund bestellt. Im September 1826 wohl wegen mangelnder Sittlichkeit von der pietistischen Anstalt relegiert, machte er das Abitur an einem anderen Gymnasium. Schon am 25. Oktober an der Universität Jena für Evangelische Theologie immatrikuliert, renoncierte er beim Corps Franconia Jena. Noch Theologiestudent, ging er im Sommersemester 1829 an die Friedrichs-Universität Halle und wurde auch bei seinem Kartellcorps Marchia Halle aktiv.[1] Als Sekundant bei einem tödlich verlaufenen Duell wurde er zu Festungshaft verurteilt, die er in der Festung Magdeburg absaß. Nach dem vergeblichen Versuch, bei einem französischen Linienregiment unterzukommen, meldete er sich in Straßburg zur Fremdenlegion. Nicht Offizier, sondern nur Vize-Korporal geworden, kam er nach anderthalb Jahren frei, indem er beim Truppenarzt Kurzsichtigkeit vortäuschte. Der Bericht über diese Zeit wurde sein literarischer Erstling.[2]

Im Wintersemester 1833/34 kehrte er nach Deutschland und blieb zwei Semester an der Ruprecht-Karls-Universität. Hier entstand Felix Schnabel oder Der deutsche Student. Der „Beitrag zur Sittengeschichte es neunzehnten Jahrhunderts“ hat autobiographische Elemente, ist aber weder Autobiographie noch Tatsachenbericht (D. Herzog). Jägers Alter Ego Felix Schnabel trägt die Bänder von fünf Corps, darunter Franconia Jena, Marchia Halle, Hildesia Göttingen und Saxo-Borussia, und besucht alle damaligen Senioren-Convente. Aus eigener Anschauung kannte Jäger nicht nur Jena, Halle und Heidelberg, sondern auch Erlangen, Würzburg, Marburg, Gießen, Tübingen, Freiburg, München und Straßburg. Die humorvollen Schilderungen sind (manchmal noch heute) treffend und oft sarkastisch. Der Roman setzt auch Jägers Pudel ein Denkmal; als Corpshund begleitete er Jäger/Schnabel auf vielen Reisen und Kneipen. Otto Julius Bierbaum brachte das Standardwerk der studentischen Literatur 1907 in Berlin neu heraus.[3] Ein neuerlicher Nachdruck erschien 1972 in Graz, eine überarbeitete Ausgabe der Fassung von 1835 erschien 2021 im WHB Verlag, Mönchengladbach. Eine überarbeitete Ausgabe der Fassung von 1907 mit Auszügen aus dem Burschicosen Wörterbuch, 1846 unter dem Pseudonym "Dr. rer. cneip. Vollmann" erschienen, kam 2022 im Verlag C.W. Leske, Düsseldorf heraus.


Der deutsche Student (1835)