Bahnstrecke Jaroměř–Lubawka


Die Bahnstrecke Jaroměř–Lubawka ist eine Eisenbahnverbindung in Tschechien, die ursprünglich von der k.k. priv. Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn (SNDVB) errichtet und betrieben wurde. Sie zweigt in Jaroměř von der Bahnstrecke Pardubice–Liberec ab und führt über Česká Skalice, Trutnov (Trautenau) und Královec (Königshan) nach Lubawka (Liebau), wo sie in die Bahnstrecke Sędzisław–Lubawka einmündet.

Der Abschnitt Jaromĕř–Trutnov-Poříčí ist Teil des gesamtstaatlichen Netzes („celostátní dráha“), der restliche Abschnitt bis zur Staatsgrenze wurde zur regionalen Bahn („regionální dráha“) abgestuft.

Der erste Abschnitt der Strecke wurde bereits 1859 in Betrieb genommen, um die Steinkohlebergwerke bei Schwadowitz (heute: Malé Svatoňovice) an die Eisenbahn anzubinden.

Da von Seiten des österreichischen Staates die Fortführung der Strecke bis zur Landesgrenze bei Königshan erwünscht war, wurde der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn am 10. August 1865 per Gesetz ein garantiertes jährliches Reinerträgnis um den Betrag von 252.000 fl. gewährt.[1] Am 22. August 1865 erhielt die SNDV schließlich die Konzession zum Bau der Strecke. In der Konzession war die Verpflichtung enthalten, die Strecke binnen drei Jahren dem Verkehr zu übergeben.[2]

Nach dem Deutschen Krieg wurde zwischen Preußen und Österreich eine weitreichende Vereinbarung zum Ausbau der Eisenbahnverbindungen zwischen beiden Staaten getroffen. Neben anderen Strecken war in diesem Vertragswerk vom 27. August 1866 auch die Einrichtung einer Eisenbahnverbindung zwischen Schwadowitz und Landeshut vorgesehen.[3] Am 29. Dezember 1867 wurde der Bau der grenzüberschreitenden Strecke mit einem Staatsvertrag vereinbart.[4]

Der Bau der Strecke bis Königshan konnte trotz des Krieges wie vorgesehen bis August 1868 fertiggestellt werden. Die Fortführung über die Landesgrenze bis Landeshut wurde im Dezember 1869 in Betrieb genommen.


Bahnhof Královec (2017)
Bahnhof Malé Svatoňovice mit Schnellzug Praha-Vršovice–Trutnov (2017)
ČD-Baureihe 854 (Česká Skalice, 2006)