Bahnstrecke Schwarzenau–Martinsberg-Gutenbrunn


Die Bahnstrecke Schwarzenau–Martinsberg-Gutenbrunn ist eine Nebenbahn in Niederösterreich. Sie zweigt in Schwarzenau von der Bahnstrecke Wien–Gmünd ab und führt über Zwettl nach Martinsberg.

Am 4. Juli 1896 wurde die am 22. Oktober 1894[1] konzessionierte Lokalbahn Schwarzenau–Zwettl durch die A.G. Localbahn Schwarzenau–Zwettl eröffnet. Der Abschnitt Zwettl–Martinsberg wurde 1904 konzessioniert[2][3] und 1906 in Betrieb genommen.

Danach wurde der Weiterbau Richtung Süden bis zur Donau verfolgt, es konnte jedoch keine Einigung über den Streckenverlauf erzielt werden. Während Zwettl die Variante über Yspertal favorisierte, bevorzugte das Eisenbahnministerium die Variante durch das Weitental. Der Weiterbau scheiterte schließlich an der Finanzierung. Die Höhendifferenz zwischen dem Waldviertel und dem Donautal hätte auf jeden Fall die Errichtung einer aufwändig trassierten Gebirgsbahn erfordert.

Der Personenverkehr zwischen Zwettl und Martinsberg-Gutenbrunn, so der vollständige Name des Bahnhofs am südlichen Streckenende, wurde mangels Auslastung am 28. September 1986 eingestellt. Es fand jedoch immer noch umfangreicher Güterverkehr statt. Umfangreiche Holztransporte für einige der größten holzverarbeitenden Betriebe des Waldviertels sicherten den Weiterbestand der Strecke.

2007 wurde der Güterverkehr aufgrund des großen Schadholzbestandes, den der Orkan Kyrill in der Region angerichtet hat, noch weiter intensiviert. 2012 werden jährlich noch 1 Million Tonnen Güter über die Verladestellen Kleinschönau (Hausmüll der Region Zwettl zur Müllverbrennung), Zwettl (Dieselöl, Fa. Eigl) und Waldhausen (Holz, Fa. Stora Enso) abgewickelt.[4]

Zwischen Schwarzenau, Zwettl und Waldhausen veranstaltete der Museums-Lokalbahn Verein (früher Martinsberger Lokalbahnverein) gelegentlich Sonderfahrten mit Dampflokomotiven. Nachdem der Personenverkehr in den letzten Jahren nur mehr bis und ab Zwettl geführt worden war, kam mit dem Fahrplanwechsel 2010/11 am 11. Dezember 2010 das endgültige Aus für Personenzüge. Die Personenbeförderung übernehmen seither Busse.