Banca Monte dei Paschi di Siena


Die Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) ist ein italienisches Kreditinstitut mit Sitz in Siena. Sie gilt als die älteste noch existierende Bank der Welt. Die MPS-Aktie wird an der Borsa Italiana im Index FTSE Italia Mid Cap gehandelt.

Die Zentrale befindet sich im Palazzo Salimbeni im Zentrum von Siena in der südlichen Toskana. Die Banca Monte dei Paschi ist mit ihren rund 21.000 Mitarbeitern in ganz Italien und in einigen anderen Ländern aktiv.

Die Bank wurde 1472 in Siena als ein Monte di Pietà unter dem Namen Monte Pio gegründet und erhielt 1624 den heutigen Namen.[5] Sie diente zunächst der Vergabe von Kleinkrediten gegen Zinsen, die niedriger waren als sonst üblich. 1568 kam es zu einer ersten Reform; 1624 wurden die Statuten erneut geändert. Großherzog Ferdinand II. besicherte die Bank mit staatlichen Einnahmen aus den Domänenweiden in der Maremma, den sogenannten Paschi. Zugleich dehnte das Haus seine Aktivitäten auf Gebiete außerhalb Sienas in die Toskana aus.

Einige Jahre nach der Gründung intensivierte sich die künstlerische Ausstattung des Hauptgebäudes. So wurde 1481 Benvenuto di Giovanni († 1518) beauftragt, ein Madonnen-Gemälde für den Palazzo Salimbeni anzufertigen. Anlässlich besonderer Ereignisse kamen weitere Werke hinzu, wie der Tote Christus von Lorenzo Rustici, die Abnahme Christi vom Kreuze von Arcangelo Salimbeni oder Jakobs Söhne von Francesco Vanni. 1644 sollte Raffaello Vanni eine Madonna mit Kind für den Eingang zur Kanzlei malen. Mit einer Leinwand von Valerio Adami mit einer Allegorie auf die Entstehung des Monte dei Paschi, wurde diese Tradition im Rahmen des neu gestalteten Centro Direzionale wiederaufgenommen. Damit wollte das Haus seinen Einsatz für das künstlerische und kulturelle Erbe Sienas untermauern. Daher wurden gezielt Werke der Sieneser Schule aus dem 14. und 15. Jahrhundert gekauft; der Salimbeni-Palast gilt als eines der herausragenden Museen der Stadt.

Mit der Gründung des Königreichs Italien galt die Banca MPS als eines der Fundamente zur Finanzierung der Staatsausgaben und gab erstmals Bodenkredite aus (credito fondiario). Zwischen 1907 und 1930 entstanden Zweigstellen in Empoli, Florenz, Perugia, Neapel und Rom. Zugleich unterstützte der Monte die Gründung der Banca Toscana.

1936 wurde die Banca MPS durch ein Gesetz (‚legge bancaria‘[6]) ein ‚Istituto di credito di diritto pubblico‘. 1990 ermöglichte ein Gesetz (‚legge Amato‘)[7] diesen Instituten unter anderem eine Änderung ihrer Rechtsform.


Staaten, in denen die MPS-Gruppe Zweigstellen eröffnete[4]
Kunstwerk aus der Sammlung der Banca Monte dei Paschi di Siena: Madonna mit Kind, Giovanni di Paolo, um 1450