Bayonne


Bayonne (baskisch und okzitanisch Baiona für Guter Hafen, lateinisch Lapurdum) ist eine französische Stadt im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Mit 51.894 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) ist Bayonne nach Pau die zweitgrößte Stadt im Département Pyrénées-Atlantiques. Bayonne ist mit Biarritz und Anglet zusammengewachsen.

Bayonne hieß zu gallo-römischer Zeit Lapurdum, dessen Name sich in dem der Landschaft Labourd erhalten hat. Es gehörte zum Lande des Volksstamms der Tarbelli und war schon im 3. Jahrhundert Festung, Handelsplatz und Haupthafen der Provinz Novempopulana sowie wohl seit dem 6. Jahrhundert Sitz eines Bischofs. Im Anschluss an die römische Herrschaft gehörte es nacheinander den Westgoten, Basken, Franken und Normannen. Die Herzöge der Gascogne, die gegen Ende des 10. Jahrhunderts die Normannen vertrieben, gaben der Stadt viele Privilegien. Die Einwohner siedelten sich nach und nach außerhalb der Stadtmauern an. Nach dem 1130 erfolgten vergeblichen Angriff des Königs von Aragón, Alfons I. des Streitbaren, gab der damalige Besitzer der Stadt, Herzog Wilhelm X. von Aquitanien, Bayonne eine neue Umfassung an beiden Ufern der Nive. In Urkunden wurde nun der römerzeitliche Name Lapurdum vom baskischen Namen Baya one, d. h. einzige Bai, verdrängt.

Die Engländer erhielten Bayonne 1152, als die Herzogin Eleonore von Aquitanien sich mit Heinrich (II.) vermählte. Sie hoben die Freiheiten und den Wohlstand der Stadt, die von König Johann Ohneland 1215 kommunale Rechte erhielt. Die Einwohner schickten den Engländern 1224 insgesamt 30 Galeeren zur Unterstützung von La Rochelle gegen Ludwig VIII. von Frankreich. Seit 1291 befand sich Bayonne in einem Handelskrieg mit der Normandie und veranlasste so den Krieg zwischen Frankreich und England; 1293–1295 war es von den Franzosen besetzt. Später geriet die Stadt mit dem Adel in Fehde und wurde, als 1368 der Adel König Karl V. von Frankreich zu Hilfe rief, besiegt. Gegen Ende des Hundertjährigen Kriegs gelang König Karl VII. von Frankreich die Eroberung Bayonnes: 1451 nahmen Dunois und der Graf Gaston IV. von Foix das Schloss von Guiche und 15 andere Vorwerke von Bayonne. Die Vorstadt St. Leon wurde gestürmt und in Brand gesetzt. Am 19. August kapitulierte der Gouverneur Beaumont; Dunois und der Graf von Foix, die über St. Leon und St. Esprit einrückten, vereinigten sich bei den Stufen der Kathedralkirche. Bayonne blieb nun bei Frankreich.


Adour-Mündung
Bahnhof Bayonne