Bergpredigt


Die Bergpredigt (lateinisch oratio montana; auch Bergrede) ist ein Textabschnitt des Matthäusevangeliums (Mt 5,1–7,29 EU) im Neuen Testament (NT), in dem bestimmte Lehrsätze von Jesus von Nazaret zusammengestellt sind. Den ihm auf den Berg gefolgten Jüngern legt Jesus den in der Tora offenbarten Willen Gottes neu aus. Die Bergpredigt hat als jüdische Tora-Auslegung das Christentum sowie auch nichtchristliche Denker und andere Religionen beeinflusst.

Damit unterstrich der Matthäus genannte Verfasser die grundsätzliche Bedeutung seiner Lehre durch einen typologischen Vergleich mit dem Berg Sinai: Dort empfing Moses nach Ex 19 bzw. Dtn 26 von Gott die Tora, die er den Israeliten als Gottes Willen mündlich weitergab. So wird Jesus hier als der Vertreter dieses Gotteswillens Mose gleichgestellt und seine berufenen 12 Jünger als Vertreter der Zwölf Stämme Israels, also des ganzen erwählten Gottesvolks dargestellt.

Die Bergpredigt ist laut Mt 5,17 EU, Mt 7,12 EU aber keine neue Tora, sondern deren endgültige Auslegung. Sie wurde von einigen jüdischen Autoren des 20. Jahrhunderts als genuin jüdische, mit wesentlichen damaligen und heutigen Lehren der Rabbiner übereinstimmende Toraauslegung anerkannt.[1]


Die Bergpredigt. Fresko von Cosimo Rosselli in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan, ca. 1481/82
Fresko Die Bergpredigt
(Fra Angelico, 1437–1445)
Darstellung der Bergpredigt in der Matthäus-Kirche von Kopenhagen