Borsig (Unternehmen)


Borsig ist ein deutsches Maschinenbau-Unternehmen mit Sitz in Berlin. Das Unternehmen stellte vor allem Dampflokomotiven her und war während der Ära der Dampflokomotiven in Europa der größte und weltweit der zweitgrößte Lokomotivenlieferant.

August Borsig gründete nach seiner langjährigen Arbeit in der Eisengießerei von Franz Anton Egells am 22. Juli 1837 – dem Tag des ersten erfolgreichen Gusses – eine eigene Gießerei und Maschinenbau-Anstalt im Berliner Feuerland vor dem Oranienburger Tor, Chaussee- Ecke Torstraße. Als Werkmeister[1] holte er 1837 Johann Friedrich Ludwig Wöhlert,[2] mit dem Borsig seit ihrer gemeinsamen Tätigkeit für Franz Anton Egells Neuer Berliner Eisengießerei befreundet war. Wöhlert blieb bis 1841[3] und gründete darauf in unmittelbarer Nachbarschaft sein eigenes Unternehmen, die F. Wöhlert’sche Maschinenbau-Anstalt und Eisengiesserei.[2][4] In der Anfangszeit baute Borsig Dampfmaschinen für den eigenen Bedarf und für andere Unternehmen, daneben Kunst- und Baugussteile. Für die Berlin-Potsdamer Eisenbahngesellschaft wurden 1839 erstmals Reparaturen an Dampflokomotiven ausgeführt.

Die erste eigene Lokomotive mit dem Namen „Borsig“ und der Fabriknummer 1 baute das Werk 1840. Die Maschine hatte die Achsfolgebauart 2'A1, einen Innenrahmen und schrägliegende Außenzylinder. Am Bau war auch Wöhlert beteiligt; der später für sich in Anspruch nahm, deren eigentlicher Urheber gewesen zu sein, was Borsig bestritt.[1]

Borsig ließ die Lokomotive am 21. Juli zu einer Wettfahrt von Berlin nach Jüterbog auf der Anhalter Bahn gegen eine von George Stephenson gebaute Lokomotive antreten. Die „Borsig“ gewann das Rennen mit zehn Minuten Vorsprung. Damit zeigte sich, dass es den Deutschen trotz fehlender Erfahrung möglich war, Lokomotiven zu bauen, die mindestens so gut waren wie die britischen Fabrikate. Somit war es nicht mehr nötig, Eisenbahnfahrzeuge samt Technikern zu importieren. Weitere sechs Maschinen dieser Art gingen 1842 an die Berlin-Stettiner Eisenbahn und die Oberschlesische Eisenbahn. Bis 1843 bestellten preußische Bahnen 18 Dampflokomotiven, und auf der Allgemeinen Deutschen Gewerbe-Ausstellung 1844 stellte Borsig seine 26. Lokomotive aus.[5]

Die Fabriknummer 14 des Unternehmens war die erste Lokomotive einer vergrößerten und verbesserten Bauart, von der in den Jahren 1843–1847 insgesamt 71 Stück gebaut wurden. Als Neuerung wies sie die von Borsig patentierte Schwingensteuerung mit veränderlicher Füllung auf. In dieser Bauform verließ 1846 auch die hundertste Lokomotive das Werk.

Im Jahr 1845 baute Borsig die erste Dampflokomotive mit gekuppelten Achsen, ab 1851 auch als Tenderlokomotive. Im gleichen Jahr erhielt das Unternehmen Auslandsaufträge von der Warschau-Wiener Eisenbahn und der Seeländischen Eisenbahn. Von 1845 bis 1847 baute man insgesamt 170 Lokomotiven.


Das denkmalgeschützte Borsigtor in Berlin-Tegel wurde nach Plänen der Architekten Konrad Reimer und Friedrich Körte 1898 fertiggestellt
Zeichnung der ersten Dampflokomotive von Borsig, 1840
Karl Eduard Biermann: Die Gießerei und die Werkstätten von Borsig am Oranienburger Tor, 1847. Das Gemälde stellt die Fabrik im Jahre 1837 dar.
Nachbau von 1912 der Beuth (Fabriknummer 24) im Deutschen Technikmuseum Berlin
Lokomotivbau bei Borsig, aus dem Zyklus Lebensgeschichte einer Lokomotive von Paul Friedrich Meyerheim
Karl Eduard Biermann: Die Borsigsche Maschinenbau-Anstalt, 1847
Lokomotive Borsig Nr. 5009, Baujahr 1901
Lokomotive der KFNB von den Borsigwerken, Baujahr 1857
Preußische T 12 von Borsig, Baujahr 1921
Luftbild der Borsigwerke 1931
Weltrekord-Lokomotive der Baureihe 05 von Borsig, Baujahr 1935
Das Schmieden einer Kolbenstange für einen Groß-Kompressor aus einem 10 t schweren Block unter einer dreizylindrigen reinhydraulischen 2500-t-Schmiedepresse der Borsig AG in Berlin-Tegel, 1954
Blick in ein Hallenschiff der 22.240 m² großen Westhalle für schweren und mittleren Maschinenbau der Borsig AG, 1954
Borsigturm, 2017
Der 1925 eröffnete Borsigturm, um 1925