Boxen


Boxen ist eine Kampfsportart, bei der sich zwei Kontrahenten unter festgelegten Regeln nur mit den Fäusten bekämpfen. Ziel ist es, möglichst viele Treffer beim Gegner zu erzielen oder diesen durch einen Knockout außer Gefecht zu setzen. Die Kämpfer sind für gewöhnlich mit gepolsterten Handschuhen ausgestattet und müssen derselben Gewichtsklasse angehören.

Ein Boxkampf wird unter der Aufsicht eines Ringrichters über mehrere, ein bis drei Minuten dauernde Runden ausgetragen. Er ist entschieden, wenn ein Gegner vom Ringrichter als unfähig erachtet wird, den Kampf fortzuführen, eine schwerwiegende Regelverletzung vorliegt, eine Aufgabe signalisiert wird oder der Ablauf der regulären Rundenzahl zu einer Punktentscheidung führt.

Es wird grundsätzlich zwischen Amateur- und Profiboxen unterschieden. Amateurboxen ist bei den Olympischen Spielen und den Commonwealth Games vertreten und besitzt eine eigene Weltmeisterschaft. Profiboxkämpfe werden von kommerziellen Boxverbänden organisiert. Profiboxer dürfen seit 2016 ebenfalls bei den Olympischen Spielen antreten.

Während es Wettkämpfe Mann gegen Mann vermutlich bereits seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte gibt, können die Anfänge des Faustkampfes als organisierte Sportart bis zu den Olympischen Spielen der Griechen im Jahr 688 v. Chr. zurückverfolgt werden. Das moderne Boxen entwickelte sich aus regelmäßig veranstalteten Preiskämpfen im England des 17. und 18. Jahrhunderts. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Basisregeln des modernen Boxsportes, die sogenannten Queensberry-Regeln, festgelegt.

Ab dem 16. Jahrhundert wird das Verb „to box“ im Englischen nach und nach mit der Bedeutung „mit Fäusten schlagen“ und „jemanden schlagen“ verwendet,[1] die weitere Herkunft ist ungeklärt[2]. Ab dem 18. Jahrhundert taucht „boxen“ dann auch im Deutschen auf.[2] Im heutigen Sprachgebrauch gilt „Faustkampf“ als Synonym[3] bzw. als gehoben[4] für „das Boxen, der Boxkampf“.

Die ersten nachgewiesenen Faustkämpfe zum Zwecke der Unterhaltung fanden bereits 3000 v. Chr. in Ägypten statt. In den darauffolgenden zwei Jahrtausenden breitete sich die Kampfform im ägäischen Raum aus.


Ricardo „Pelón“ Dominguez (links) gegen Rafael Ortiz, Leichtsgewichtskampf, 9. August 2005
Der rechte Boxer signalisiert Aufgabe durch erhobenen Zeigefinger (ca. 500 v. Chr.)
Lederriemen des Faustkämpfers vom Quirinal (Bronzeskulptur, 4. Jahrhundert v. Chr.)
Boxen, 1954
US-Amateurboxer in Kalifornien, 2006
Knockout und Abbruch des Kampfes
Box-Briefmarke, UdSSR 1963
Frauenboxen
Ernst Oppler: Boxkampf im Berliner Sportpalast, 1920
Rola El-Halabi (rechts) in einem Kampf