Braunschweig


Braunschweig (niederdeutsch Brunswiek, ostfälisches bzw. Braunschweiger Platt: Bronswiek[2]) ist eine Großstadt im Südosten des Landes Niedersachsen. Mit 248.823 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2021) ist sie die zweitgrößte Stadt Niedersachsens nach Hannover. Die kreisfreie Stadt ist Teil der im Jahr 2005 gegründeten Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Im Ballungsraum Braunschweig (Agglomeration) leben rund 337.000 Menschen.[3]

Braunschweigs Ursprünge gehen bis in das frühe 9. Jahrhundert zurück.[4] Insbesondere durch Heinrich den Löwen entwickelte sich die Stadt schnell zu einer mächtigen und einflussreichen Handelsmetropole, die ab Mitte des 13. Jahrhunderts der Hanse angehörte. Braunschweig war Hauptstadt des gleichnamigen Landes, bis dieses 1946 im neu geschaffenen Land Niedersachsen aufging. Braunschweig war bis 1978 Sitz eines Verwaltungsbezirkes, zwischen 1978 und 2004 eines Regierungsbezirkes. Dieser wurde danach durch eine Regierungsvertretung und 2014 durch die heutigen Regionalbeauftragten für Südostniedersachsen ersetzt.

Heute ist die Region Braunschweig ein bedeutender europäischer Standort für Wissenschaft und Forschung: Im Jahre 2015 wurden 9,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung investiert.[5] Innerhalb der Europäischen Union ist Braunschweig seit 2007 die intensivste Region in Bezug auf Forschung und Entwicklung.[6] So lagen bereits 2010 die 15 führenden EU-Regionen bezüglich der Ausgaben für Forschung und Entwicklung als Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) über dem durch die Lissabon-Strategie vorgegebenen Zielwert von drei Prozent, lediglich drei dieser 15 Regionen übertreffen fünf Prozent, allen voran Braunschweig mit 5,83 Prozent, gefolgt von Westschweden mit 5,40 Prozent und Stuttgart mit 5,37 Prozent.[7] Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verlieh Braunschweig für das Jahr 2007 den Titel „Stadt der Wissenschaft“.[8] 2022 veröffentlichte presseportal.de eine Studie, nach der Braunschweig in Bezug auf die Lebensqualität deutscher Großstädte über 100.000 Einwohner, den 4. Platz belegt.[9]

Braunschweig liegt im Norddeutschen Tiefland auf der Trennlinie zwischen den Lössbörden des Nördlichen Harzvorlands und den im Nordteil der Stadt beginnenden Geestplatten. Im Detail treffen auf dem Gebiet der Kernstadt vier Naturräume aufeinander: das südöstlich gelegene Ostbraunschweigische Hügelland, die sich nach Südwesten erstreckende Braunschweig-Hildesheimer Lössbörde, die nordwestlich liegenden Burgdorf-Peiner Geestplatten und das sich nordöstlich Richtung Wolfsburg ausbreitende Ostbraunschweigische Flachland.[10] Die in Süd-Nord-Richtung verlaufende Oker bildet mit dem Börßum-Braunschweiger Okertal und den zum Teil brüchigen, ehemals sumpfigen Böden eine naturräumliche Grenze.


Der Braunschweiger Löwe,
Wahrzeichen der Stadt seit dem Hochmittelalter. Er steht auf dem Burgplatz.
Stadtzentrum 2011: Zu erkennen sind u. a. Petritorbrücke mit Kreuzung Radeklint (Mitte unten), Petrikirche (rechts vom Radeklint), Brüdernkirche, Andreaskirche, Katharinenkirche, Schloss, Dom, Rathaus, Magnikirche, Staatstheater (links, mittig am Bildrand), Herzog Anton Ulrich-Museum, Aegidienkirche, Braunschweig Hauptbahnhof (rechts oben im Hintergrund).
Luftbild vom April 2007 mit Blick in Richtung Nordosten: Es zeigt u. a. den bewaldeten Okerring.
Gliederung der Stadtbezirke 2011 bis 2021
Klimadiagramm von Braunschweig, 1981 bis 2010[25]
Der Kohlmarkt mit den Umrissen der St.-Ulrici-Kirche aus dem 9. Jahrhundert[4]
Ausschnitt aus der Weiheurkunde der Magnikirche von 1031: „Brunesguik“ ist die älteste urkundlich erhaltene Erwähnung Braunschweigs.
Braunschweig und der Braunschweiger Löwe auf der Ebstorfer Weltkarte (um 1300)[34]
Die fünf alten Weichbilde der Gesamtstadt (im Uhrzeigersinn): Hagen (beige), Altewiek (braun), Altstadt (rot), Neustadt (gelb) im Zentrum Sack (violett); dazu die zwei Sonderrechtsbezirke Burgfreiheit (im Zentrum) und Aegidienfreiheit (im Süden)
Brunopolis vulgo Brunsvicum, Braunschwich. Urbs maxima, universae Saxoniae metropolis. Ansicht von Westen am Ende des 16. Jahrhunderts[39]
Ortsbauplan von Ludwig Winter aus dem Jahr 1889
Novemberrevolution in Braunschweig, 8. November 1918: Die Delegation des Arbeiter- und Soldatenrates (v. l. n. r.: Friedrich Schubert, Henry Finke, August Merges, Paul Gmeiner, Hermann Schweiß und Hermann Meyer)
8. November 1918: Abdankungserklärung Herzog Ernst Augusts von Braunschweig
17./18. Oktober 1931 SA-Aufmarsch in Braunschweig: Hitler (Bildmitte) auf dem „SA-Feld“ (heute wieder Franzsches Feld)
Aufnäher zur Kennzeichnung von Ostarbeitern
15. Oktober 1944: Die brennende Braunschweiger Innenstadt in den frühen Morgenstunden
Ein US-Flugzeug fliegt im Juni 1945 über das zerstörte Braunschweig. (Zu den genauen Flugrouten siehe Anmerkungen.[Anm. 1])
Wiedererrichtetes Braunschweiger Schloss im August 2007
18. April 2021: Gedenktag für die Opfer der COVID-19-Pandemie in Deutschland.[68] Vor dem Altstadtrathaus wehen die Flaggen der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Niedersachsen und der Stadt Braunschweig auf halbmast.
A2 deserted COVID-19.JPG
März 2020: Die sonst viel befahrene A 2 bei Braunschweig an einem Sonntagnachmittag.
Braunschweig Wollmarkt Corona-Schnelltestzentrum April 2021 (Brunswyk).JPG
April 2021: „Schnelltestzentrum Alte Waage“ auf dem Wollmarkt.
Einwohnerentwicklung von Braunschweig von 1871 bis 2017
Sitzverteilung im Rat der Stadt Braunschweig seit 2021
           
Insgesamt 54 Sitze
Wappen Braunschweig.svg
Eidenbenzlöwe.svg
Brunswick lion stamp.jpg
Nichtamtliche klassische Version des Wappens
Der „Eidenbenzlöwe“ – Signet der Stadt
Briefmarke von 1990
Flagge der Stadt Braunschweig
Luftaufnahme des Weichbildes Neustadt von 2011 aus Westen. Zu erkennen sind: Andreaskirche (im Zentrum), davor quer verlaufend der Wollmarkt. An dessen rechtem Ende die Alte Waage und davor zwischen ihr und der Kirche die Einmündung in die Kröppelstraße. Am linken Bildrand unten die Neustadtmühle, am rechten Bildrand verläuft die Lange Straße bis hoch zum Neustadtrathaus. In der linken oberen Ecke ist ein kleiner Teil der Wendenstraße sichtbar.
Exemplar der „Goldenen Edition“ des Commodore 64 vom Dezember 1986
TU Braunschweig, Altgebäude
Leonie, das autonome Fahrzeug des Projekts Stadtpilot
Straßenbahnwagen der neuesten Generation, seit April 2015 in Betrieb
Streckennetz der Straßenbahn Braunschweig
Frontseite der Mars-la-Tour-Kaserne mit dem Spruchband PENINSULA • SICILIEN • WATERLOOMARSLATOUR als Hinweis auf die Feldzüge und Schlachten, an denen Braunschweigische Einheiten im 18. und 19. Jahrhundert teilgenommen haben
Ehemaliges Rüninger Zollhaus, Martinikirche und Statuen am Altstadtrathaus
Die Weiheurkunde der Magnikirche aus dem Jahre 1031. Sie ist gleichzeitig der älteste urkundliche Nachweis des Namens „Brunesguik“ (2. Zeile, mittig), aus dem im 16. Jahrhundert „Braunschweig“ wurde.
Blick über das östliche Ringgebiet: im Zentrum Stadtpark und Prinzenpark mit dem Nußberg; im Hintergrund Riddagshausen mit Kreuzteich, Mittelteich und Schapenbruchteich
Die Braunschweiger Kirchenordnung von 1528:
Der Erbarn Stadt Brunswig Christlike ordeninge / to denste dem hilgen Evangelio / … von Johannes Bugenhagen
Die Braunschweiger Neustadt um 1400 (gelb dargestellt). Die Jodenstrate befindet sich am unteren rechten Bildrand.
„Tempel“ der Loge Carl zur gekrönten Säule
Haus Salve Hospes des Kunstvereins Braunschweig
Stadthalle
CityJazzNight 2006
Mumme-Werbung aus den USA (um 1900)
Braunschweiger Honigkuchen, Anzeige von 1884