Breslau


Breslau (polnisch Wrocław?/i [ˈvrɔtswaf], schlesisch Brassel,[3] lateinisch Vratislavia oder Wratislavia) ist eine Großstadt in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien und deren Hauptstadt. Sie ist gleichzeitig Verwaltungssitz des Powiat Wrocławski. Hinsichtlich der Einwohnerzahl rangiert sie im Vergleich mit den Städten Warschau, Krakau und Łódź in Polen an vierter Stelle.

Als Hauptstadt der historischen Region Schlesien ist die kreisfreie Großstadt an der Oder (Odra) Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs und eines evangelischen Diözesanbischofs. Mit zahlreichen Unternehmen, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theatern und Museen bildet Breslau das wirtschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Zentrum Niederschlesiens.

In seiner wechselvollen Geschichte hatte Breslau seit dem 13. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eine mehrheitlich deutschsprachige Bevölkerung. Nach dem Tod des letzten Piastenherzogs Heinrich VI. hatte Breslau Böhmen, und damit dem HRR angehört, zeitweise auch Ungarn. Später gehörte Breslau zu Österreich, zu Preußen und zum Deutschen Reich. Im Jahr 1945 wurde Breslau gemäß dem Potsdamer Abkommen unter polnische Verwaltung gestellt, die die gesamte deutsche Bevölkerung der Stadt deportieren ließ. Daraufhin wurde Breslau von polnischen Neubürgern besiedelt, die meistens aus Zentralpolen oder aus den an die Sowjetunion gefallenen Landesteilen kamen. Die De-facto-Zugehörigkeit zu Polen wurde 1991 auch formell mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag bestätigt. Mit ihren zahlreichen historischen Bauten, Parkanlagen und Plätzen ist die Stadt heute Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Breslau war 2012 einer der Austragungsorte der Fußball-Europameisterschaft und 2016 Kulturhauptstadt Europas sowie Verleihungsort des Europäischen Filmpreises.

Breslau liegt in der niederschlesischen Tiefebene am Oberlauf der Oder auf einer Höhe von 111 m n.p.m.[4] zwischen dem Höhenzug des Katzengebirges im Norden und den Ausläufern der Sudeten im Süden. Vier Nebenflüsse der Oder fließen durch das Stadtgebiet: Ohle (Oława), Lohe (Ślęza), Weide (Widawa) und Schweidnitzer Weistritz (Bystrzyca). Gebaut zwischen zahlreichen Kanälen, liegt die Stadt auf zwölf Inseln, verbunden durch 100 bis 300 Brücken, je nach zugrunde gelegten Kriterien. Aufgrund der zahlreichen Brücken und Stege wird die Stadt auch als Venedig Polens bezeichnet.

Die Stadt erstreckt sich auf einer Fläche von 293 km2, wovon 114 km2 (39 %) bebaut sind. Davon sind 29 km2 reine Wohnbebauung. Breslau ist die Großstadt mit den meisten Grünflächen in Polen: auf jeden Einwohner entfallen 25 m² Grünfläche.[4]

Breslau gliedert sich in fünf Stadtbezirke, deren administrative Bedeutung nach der Verwaltungsreform 1990 zugunsten der Stadtverwaltung weitgehend abgebaut wurde.


Breslau vom Turm der Elisabethkirche
Breslau und seine Nachbarorte auf einer Landkarte von 1905
Karte der Stadtbezirke
Kirche St. Ägidien, erbaut 1220 – das älteste erhaltene Gebäude in der Stadt
Gründungsurkunde des Maria-Magdalenen-Gymnasium aus dem Jahr 1267
Stadtansicht in der Schedelschen Weltchronik von 1493
Auszug aus der Synode der Breslauer Bischöfe aus dem Jahr 1475. Dabei handelt es sich um das erste in polnischer Sprache gedruckte Buch, welches in Breslau erstmals veröffentlicht wurde.
Stadtplan Breslaus aus dem Jahr 1562 (Kopie von 1826)
Breslau während der Belagerung im Siebenjährigen Krieg
Einmarsch vom Prinz Jérôme Bonaparte in die Stadt am 7. Januar 1807
Vorstadtsiedlungen und Umland vor 1842
(Namen auf Deutsch – in Klammern sind die nach 1945 eingeführten polnischen Ortsnamen angeführt)
Ansicht um 1850
Stadtplan von 1904
Die Erweiterung Breslaus durch das Groß-Breslau-Gesetz
Zerstörungen und Einschüsse am Breslauer Rathaus 1945
Gedenktafel zur Erinnerung an die Kapitulation der Stadt an der Villa Colonia
Kundgebung am Tag der Arbeit, 1. Mai 1982
Oderhochwasser 1997 in der Breslauer Siedlung Osiedle Kozanów
Fanmeile während der Fußball-Europameisterschaft 2012 in der Świdnicka-Straße am Großen Ring
Fahrplan von 1850 der Warschau-Wiener Eisenbahn mit Verweis auf die Verbindungen nach Breslau („Wrocław“), Berlin und Hamburg
Entwicklung in den letzten 500 Jahren
Das Breslauer Wappen.PNG
1530–1938
Coat of arms of Breslau (1938).png
1938–1945
Coat of arms Wroclaw 1948 1990.png
1948–1990
Herb wroclaw.svg
seit 1990
Ein Wahrzeichen Breslaus ist das Alte Rathaus am Großen Ring.
Puppentheater
Westseite des Breslauer Rings
Stadttheater bei Nacht
Most Grunwaldzki (ehemalige Kaiserbrücke)
früheres Postscheckamt Breslau, von Westen gesehen (von Osten siehe[56]), 2009
Olympiastadion in Breslau (1937 Hermann-Göring-Stadion[57]) mit Glockenturm
Radrennbahn Breslau-Grüneiche (1913)
Straßennetz in Breslau (Plan 2010)
Eisenbahnnetz in Breslau (bis 2011)
Kopernikus-Flughafen
Altes Universitätsgebäude bei Nacht