Burg


Als Burg wird ein in sich geschlossener, bewohnbarer Wehrbau bezeichnet, epochenübergreifend auch eine frühgeschichtliche oder antike Befestigungsanlage, im engeren Sinn ein mittelalterlicher Wohn- und Wehrbau. Eine herausragende Rolle spielte die Burg im Mittelalter, in dessen Verlauf eine Vielzahl von Burganlagen in Europa entstanden und die Burg institutionell eng mit der feudalen Organisationsform der Grundherrschaft verbunden war.

Burgen sind heute ein oft für den Tourismus wichtiges Baudenkmal, Kulturgut und Teil des gewachsenen kulturellen Erbes. Viele Burgen tragen das Kennzeichen für Kulturgut[1] entsprechend der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten (vgl. Internationales Komitee vom Blauen Schild).

Die Geschichte des Begriffs und seiner neuhochdeutschen Benennung Burg geht bis auf römische Zeiten zurück, als Germanen und Kelten die hier relevanten Teile Mitteleuropas besiedelten. Im Keltischen stand bona für „Gründung, Stadt“.[2] Die Römer – so namentlich Julius Caesar in De bello gallico – nannten diese befestigten stadtartigen Siedlungen der Kelten oppida und unterschieden davon kleinere Befestigungsanlagen rein militärischer Art, die sie mit dem Lehnwort burgus („Festungs-, Wachtturm, kleine Grenzfestung“, m.) bezeichneten (vgl. Burgus). Erst später nahm eine feminine Variante des Lehnworts die Bedeutung „befestigte Grenzsiedlung, kleine Stadt“ an.[3] In dieser Wortprägung lag wahrscheinlich eine Vermengung von altgriechisch πύργος pýrgos („Turm, Mauerturm“, dann auch „Belagerungsturm, Wirtschaftsgebäude“) und einer mit diesem verwandten germanischen Wurzel (protogermanisch *burgz) vor. Auf einen germanischen Ursprung von nhd. Burg verweist allerdings das allen germanischen Belegen gemeinsame weibliche Genus, so in althochdeutsch und ältsächsisch burg „Burg, Stadt“, dem gleichbedeutenden altnordischen borg, daneben auch „Anhöhe, Wall“, und gotisch 𐌱𐌰𐌿𐍂𐌲𐍃 baúrgs „Stadt“, vereinzelt „Turm, Burg“ (alle f.). Nach dem Etymologischen Wörterbuch des Deutschen steht Burg „wohl im Ablautverhältnis“ zu nhd. Berg und bezeichnete „also ursprünglich die (als Fliehburg dienende) ,befestigte Höhe‘“. Verwandte Begriffe in anderen indogermanischen Sprachen dürften die keltische Wurzel *brig- (wie in mittelirisch brī „Hügel“, walisisch brig „Gipfel“) und das griechische pýrgos (πύργος) sein.[3]


Burg Eltz, bis heute Sitz der Edlen Herren und Grafen zu Eltz, ab dem 12. Jahrhundert sukzessive zur Ganerbenburg ausgebaut.
Burg zu Burghausen, mit 1051 m Ausdehnung die längste Burganlage Europas (fortschreitend ausgebaut seit dem elften Jahrhundert).
Die Marksburg zu Braubach, einzige unzerstört gebliebene Burg am Rhein, heute Sitz der Deutschen Burgenvereinigung.
Burg Lahneck von 1226, eine Spornburg
Burg Schönfels, Sachsen (unzerstörte Burg des 12. bis 16. Jahrhunderts)
Burg Taufers in Südtirol (13. bis 16. Jahrhundert)
Burg Harburg in Bayerisch-Schwaben, einstmalige staufische Reichsburg (unzerstörte Burg des 12. bis 18. Jahrhunderts)
Der „Langobardenturm“ in Castelfeder, eine langobardische Befestigung, die in karolingisch-ottonischer Zeit erneuert wurde.
Die hessische Amöneburg wurde seit der Merowingerzeit als Höhenburg vielfach wieder neu aufgebaut.
Stein-Holzburg (in der Bibel König Wenzels um 1390)
Burg Lichtenberg, eine der besterhaltenen stauferzeitlichen Burgen Deutschlands
Rekonstruierte Motte (Turmhügelburg) im Geschichtspark Bärnau-Tachov
Idealisierte Abbildung einer Ritterburg auf einer Schulwandkarte aus dem Jahr 1880[26]
Burgen, nach Meyers Konversations-Lexikon (um 1885)