Cham (Oberpfalz)


Cham [kaːm] ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Oberpfalz in Ostbayern.

Die Stadt ist zentraler Wirtschaftsstandort der Region Oberer Bayerischer Wald mit der Funktion eines Oberzentrums in Bayern. Als Wirtschaftszentrum mit modernen Gewerbegebieten am Stadtrand, die über die Grenzen des Landkreises hinaus Bedeutung haben, zeichnet sich die Stadt durch eine große Branchenvielfalt aus.

Cham liegt etwa 60 km nordöstlich von Regensburg am Fluss Regen, einem linken Nebenfluss der Donau, in der Cham-Further Senke, einem langgestreckten Taleinschnitt, der die quer dazu verlaufenden Mittelgebirgszüge des Oberpfälzer Waldes im Nordosten vom Bayerischen Wald bzw. dem Künischen Gebirge im Südosten teilt. Etwa 20 km nordöstlich des Hauptortes verläuft die tschechische Grenze, und etwa 90 km nordöstlich liegt Pilsen. Cham wird deshalb auch als „Tor zum Bayerischen Wald und zum Böhmerwald“ bezeichnet. Weil der Regen die Chamer Altstadt in einem weiten Bogen umschließt, gibt es für Cham in der Touristik auch die Bezeichnung „Stadt am Regenbogen“.

Die Stadt Cham grenzt im Norden an die Gemeinden Waffenbrunn und Willmering, im Nordosten an Weiding und im Osten an Runding sowie Chamerau. Im Südosten liegt die Gemeinde Zandt, im Süden Traitsching, im Südwesten Schorndorf, im Westen die Stadt Roding und im Nordwesten die zur Verwaltungsgemeinschaft Stamsried gehörende Gemeinde Pösing sowie die Gemeinde Pemfling.

Auf dem Stadtgebiet existieren die 14 Gemarkungen Altenmarkt, Cham, Chameregg, Chammünster, Gutmaning, Haderstadl, Hof, Katzberg, Loibling, Rhanwalting, Schachendorf, Thierlstein, Vilzing und Windischbergerdorf. Nur Jeweils der Gemarkungsteil 0 der Gemarkungen Haderstadl und Rhanwalting liegt auf dem Gebiet der Stadt Cham.[5]

Der Burg- und Stadtname Cham bzw. Camma ist keltischen Ursprungs und bedeutet „an der Kurve“ oder „Krümmung“ (vgl. irisch cam ‘gebogen, verbogen; unaufrichtig; falsch’, schottisch-gälisch cam ‘gebogen, verbogen; schief, krumm; einäugig’, Manx cam ‘gebogen, verbogen, verdreht; missgestaltet; hinterlistig; schief, krumm’ < altirisch camm ‘gebogen, verbogen, gewunden, verdreht’ < urkeltisch *kambos[6]). Von dem keltischen Wort leitet sich auch der tschechische Name der Stadt, Kouba, ab. In der Nähe des Chamer Stadtteils Altenstadt mündet das windungsreiche Flüsschen Chamb in den Regen. Deshalb ist es vermutlich der keltische Namensgeber für die spätere Königsburg Camma und die erste Siedlung „am Regenbogen“. Später wurde der Name Cham volksetymologisch zu „Kamm“ gestellt (althochdeutsch kamb(o), mittelhochdeutsch kamp[7]), weshalb das Wappen der Stadt auch einen Kamm enthält.


Klosterkirche Maria Hilf und Stadtpfarrkirche St. Jakob in Cham
Cham – die Stadt am „Regenbogen“
Panorama der Stadt Cham zu Weihnachten 2015 – Blick vom Taschinger Berg nach Norden
Ödenturm der Burgruine Chameregg
Stadt Cham nach einem Stich von Michael Wening von 1721
Nikolaus von Luckner