Chartreuse de Champmol


Die Chartreuse de Champmol ist ein ehemaliges Kartäuserkloster in Dijon in Burgund, das gegründet wurde, um die Grablege der Herzöge von Burgund aus dem Haus Burgund, einer Nebenlinie der Valois, zu werden.

Die Konstruktion der Kartause wurde von Herzog Philipp dem Kühnen beschlossen, die Vorarbeiten begannen im September 1377. Der Herzog wünschte eine Nekropole in Analogie zu der der Könige von Frankreich in der Basilika Saint-Denis zu haben, und wählte dafür einen Platz in der Nähe seiner Hauptstadt Dijon.[1] Der Bauplatz lag einige Kilometer außerhalb der Stadt in modrigem Gelände (daher wohl Champmol = weiches Feld) am Ufer des Flusses Ouche. Das Projekt sah den Bau einer Kirche vor, dazu Konventsgebäude, einen kleinen und einen großen Kreuzgang, der mit einem zentralen Brunnen in Form eines Kalvarienberg geschmückt werden sollte, einen Kapitelsaal und eine Sakristei.[2] Die Kartause war der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Unter der Leitung von Drouet de Dammartin, der bei Raymond du Temple gelernt hatte, dem Architekten des Königs Karl V.,[3] begannen die Ausschachtungsarbeiten im Juli 1383, die feierliche Grundsteinlegung durch Herzogin Margarete und ihren Sohn, den zwölfjährigen Johann fand im August desselben Jahres statt.[2] Die Kirche wurde fünf Jahre später, im Mai 1388,[2] durch den Bischof von Troyes geweiht,[4] die 24 Mönche zogen im Oktober in das Kloster ein.[2] 1399 wurde die Kelter fertig, mit deren Hilfe das Kloster die Weinproduktion aufnahm.[2]

Der Bau beschäftigte mehr als 250 Arbeiter und verschiedenen Regionen[2] und allen Baugewerke: Bildhauer, Maler, Ziegelbrenner, Glaser, Schreiner und Gießer,[3] die Handwerksmeistern unterstanden. Die Gießer arbeiteten für Maître Colart, der den Auftrag hatte, die Glocken der Abtei herzustellen.[2] Der Schreiner Jean de Liège war für die Türzargen und Wandvertäfelungen zuständig; bei den Ziegelbrennern sind Perrin de Longchamps und Jean de Gironne erwähnenswert, bei den Glasern Robert de Cambrai[3] und Henri Glumosack.[5] Mit den dekorativen Arbeiten am Gebäude war ein Handwerker aus Nordfrankreich beauftragt worden, Jean de Beaumetz,[2] während auf Jean Malouel die Farbgebung am Grabmal Philipps des Kühnen zurückgeht.[6] Melchior Broederlam war für die Gemälde der Altarretabel verantwortlich, die von Jacques de Baerzé in Termonde skulptiert worden waren.

1390 wurden die beiden Retabel der Heiligen und Märtyrer und der Kreuzigung bei Jacques de Baerze in Auftrag gegeben, 1391 wurden sie nach Ypern gebracht, wo Melchior Broederlam von 1393 bis 1399 für die Gemälde sorgte. 1399 wurden sie in der Chartreuse aufgestellt.

Das gesamte 15. Jahrhundert hindurch sorgten die Herzöge von Burgund für die Ausstattung der Abtei. Henri Bellechose, der Hofmaler Johann Ohnefurchts, arbeitet hier von 1415 bis 1444 als Nachfolger von Jean Malouel. 1416 wurde er für einen Altar entlohnt, der für die Kirche der Chartreuse bestimmt war, sich heute aber im Louvre befindet.


Historische Ansicht der Kartause. Im Hintergrund die 24 Mönchshäuser um den Großen Kreuzgang.
In der Mitte der Mosesbrunnen in einem Schutzbau. Vorne rechts die Klosterkirche mit einem spitzen Dachreiter. An beiden Seiten der Kirche sind Gebetsräume (Oratorien) und Nebenkapellen für den Herzog, seine Frau und weitere Stifter angebaut.
Links schließt sich an die Kirche der etwas niedrigere Kapitelsaal an, um’s Eck liegt das große Refektorium mit seinen Maßwerkfenstern. Diese Gebäude umschließen den Kleinen Kreuzgang
Der Herzog ließ für jede Mönchszelle ein Bild der Kreuzigung anfertigen
Treppenturm der ehemaligen Klosterkirche, der zum angebauten herzoglichen Oratorium führte
Das Hospital auf dem Gelände der Kartause mit der neogotischen Kapelle
Die Grabmäler aus der Kartause im Museum von Dijon
Portal der Kapelle
Die Jungfrau mit dem Kind
Der Mosesbrunnen: Skulptur von Claus Sluter