Christlich Demokratische Union Deutschlands


Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) ist eine zwischen 1945 und 1950 gegründete, christdemokratische, konservative und wirtschaftsliberale Partei in Deutschland. Sie wird in der rechten Mitte des politischen Spektrums verortet.

Im Verbund mit ihrer Schwesterpartei, der Christlich-Sozialen Union (CSU), wird die nach Mitgliedern zweitgrößte deutsche Partei (Stand 2021) auch als „Union“ bezeichnet. Die CDU tritt in allen Bundesländern mit Ausnahme Bayerns zur Wahl an, die CSU wiederum ausschließlich dort. Beide Parteien bilden im Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft, die CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Die CDU wurde unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 und in einem zweiten Anlauf mit dem ersten Bundesparteitag 1950 als überkonfessionell christliche Partei gegründet. Sie grenzte sich dadurch von der katholisch geprägten Zentrumspartei ab, die christdemokratische Werte durch die Weimarer Republik hindurch verkörpert hatte. Die weltanschaulichen Wurzeln der CDU sind die katholische Soziallehre, der Konservatismus und der Ordoliberalismus.[4]

Auf Bundesebene war die Union insgesamt länger in Regierungsverantwortung als jede andere deutsche Partei seit Gründung der Bundesrepublik. Über die längste Zeit koalierte die CDU neben der CSU mit der Freien Demokratischen Partei (FDP) in schwarz-gelben Koalitionen. Zuletzt stellte die CDU von 2005 bis 2021 mit Angela Merkel die Bundeskanzlerin. Bei der Bundestagswahl 2021 wurde sie zweitstärkste Kraft hinter der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Mit der Vereidigung der SPD-geführten Bundesregierung (Scholz) im Dezember 2021 befindet sich die CDU nach 16 Jahren Regierungsverantwortung wieder in der Rolle einer Oppositionspartei. Wie zuvor in den Jahren 1969–1982 und 1998–2005 führen die Unionsparteien damit wieder die parlamentarische Opposition an.

Die CDU ist zusätzlich in allen Bundesländern, in denen sie antritt, im Landesparlament vertreten. Derzeit beteiligt sie sich in acht Ländern an der jeweiligen Landesregierung, in fünf stellt sie den Ministerpräsidenten.

Neben der SPD auf der linken Seite gilt die konservative CDU als eine der beiden großen Volksparteien der Nachkriegsgeschichte. In der zunehmend fragmentierten Parteienlandschaft der Berliner Republik wird diese Stellung teilweise infrage gestellt.


Entwicklung der Mitgliederzahlen
Das Konrad-Adenauer-Haus in Berlin
Wahlplakat zur Bundestagswahl 1949
Gedenkmedaille Ludwig Erhard – Die Soziale Marktwirtschaft
Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama beim Staatsempfang in Baden-Baden, 3. April 2009
Angela Merkel zwischen den CSU-Politikern Ramsauer (li.) und zu Guttenberg, 2008
Vertretung der CDU in den Landesparlamenten (2021)
  • nicht vertreten
  • als Oppositionspartei vertreten
  • als kleiner Koalitionspartner in der Regierung
  • als großer Koalitionspartner in der Regierung und stellt den Regierungschef
  • 28. Parteitag 2015 in Karlsruhe
    Organisationsstruktur und Gremien der CDU
    Mitgliederentwicklung. Die Daten beziehen sich auf Angaben der Fachliteratur,[40] Schätzungen (vor 1966) sowie Parteiangaben zum Stichtag 31. Dezember des jeweiligen Jahres.
    Angela Merkel auf dem Kongress der Europäischen Volkspartei, 2015
    Gedenktafel am Gründungshaus der CDU, Platanenallee 11, in Berlin-Westend
    Wahlplakat von 1953 mit dem Slogan „Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau
    CDU-Wahlplakat von 1957: „Keine Experimente!“
    Ludwig Erhard (links) und Kurt Georg Kiesinger (rechts), 25. November 1966
    Helmut Kohl, 11. September 1989
    Helmut Kohl bei der Grenzöffnung am Brandenburger Tor, 22. Dezember 1989
    Angela Merkel nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Fakultät für Physik und Geowissenschaften der Universität Leipzig, 3. Juni 2008
    Sigmar Gabriel, Angela Merkel und Horst Seehofer bei der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages (2013)
    Olaf Scholz, Angela Merkel und Horst Seehofer bei der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages (2018)
    Armin Laschet begrüßt am 12. September 2021 in Berlin Anhänger der Jungen Union vor dem TV-Studio.
    Ergebnisse der CDU bei den Bundestagswahlen 1949–2017
    Ergebnisse der CDU bei den Europawahlen 1979–2019