Civaux


Civaux ist eine französische Gemeinde mit 1209 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Südosten des Départements Vienne in der Region Nouvelle-Aquitaine, etwa 30 Kilometer südöstlich von Poitiers und 15 Kilometer südlich von Chauvigny, unmittelbar am Ufer der Vienne. Bekannt ist Civaux besonders für seine ehemals ausgedehnte merowingische Nekropole, seine frühromanische Pfarrkirche mit ihrem Vorgänger, einem gallo-römischen Sanktuarium und das in den 1990er Jahren errichtete Kernkraftwerk Civaux.

Civaux war langfristig ein kulturelles und religiöses gallo-römisches Zentrum und bestand aus der Villa de la Croche, einer landwirtschaftlichen Domäne, einer großen aristokratischen Residenz, einem antiken Theater für etwa 3000 Zuschauer, einem gallo-römischen vermutlich doppelten Sanktuarium (fanum), einem weiteren kleineren fanum und zwei Grabfeldern, ergänzt durch Einrichtungen des Handwerks und der Landwirtschaft.

Die historische Landschaft, genannt Val de Civaux, erstreckt sich zu beiden Seiten der Vienne auf einem Streifen Land von etwa einem Dutzend Kilometern zwischen den Orten Salles-en-Toulon im Norden und Lussac-les-Châteaux im Süden. Civaux ist das Zentrum, dessen Geschichte aber auch die angrenzenden Gemeinden von Lussac und Mazerolles im Süden und Valdivienne im Norden tangiert.[1]

Reichliche Funde bearbeiteter Steine und Knochen datierend aus dem Acheuléen (zwischen 500.000 und 300.000 Jahre v. Chr.), dem Moustérien (zwischen 300.000 und 30.000 Jahre v. Chr.) und dem Magdalénien (20.000 bis 10.000 Jahre v. Chr.) in den Sandgruben von Civaux und den umliegenden Gemeinden, aber auch in Höhlen und unter Abris (Felsüberhängen) deuten auf eine sehr frühe menschliche Besiedelung der Gegend.

Um 15.000 v. Chr., im Magdalénien, wohnten beidseitig der Vienne Menschen mit einer künstlerisch außergewöhnlichen Produktion von Artefakten. In der Höhle von La Marche bei Lussac wurden mehr als 500 Gravuren auf beweglichen Medien gefunden. Es handelt sich um große Scheiben, Plaketten oder einfache Rollen auf denen sich realistische Darstellungen von Bären, Steppenbisons (Bison priscus), Hirschen, Katzen Mammuts, Pferden, Rentieren und Steinböcken finden.

In der Höhle von Fadets, 800 m von der vorherigen, wurden etwa 170 gebrannte Platten gefunden, darunter eine mit der Darstellung eines Menschen von großer Präzision. Weitere Fundstätten aus dieser Zeit waren die Grotte von Marche (Darstellungen eines Mammut, eines Pferdes und sexuelle Motive), die Höhle von Loubressac (stilisierter Bison), die Höhle von Bois-Ragot bei Gouex (reichliche Funde, wie eine Harpune aus Rentiergeweih, Gravuren auf einem Rippenfragment, zwei Köpfe von Rindern und eine kleine Katze).


Civaux, Pfarrkirche St.-Gervais und St.-Protais, mit merowingischem Chor
Steppenwisent aus Elfenbein, zehn Zentimeter, Fundort La Madeleine
Pfeilspitzen und Messer
trepanierter Schädel aus der Jungsteinzeit
Goldblechkegel von Avanton
Stein- u.Eisengeräte
Eisengeräte
Eisenwaffen
Gallo-römische Keramikgefäße, metallische Glasur
Museum, gallo-römische Keramikköpfe
Bibracte, Porte du Rebout, Wiederherstellung eines Murus Gallicus
Civaux, Vienne, Gue de la biche
Museum, gallo-römisches Balsamierungsflakon aus Glas
Museum, gallo-römischer Glaskrug
Museum, große Keramikvase
Civaux, Antikes Theater, Rekonstruktion, aus dem Museum
Gallo-römisches Sanktuarium und romanische Kirche, Grundriss
Rekonstruktion eines fanums, hier ohne Mauern
Civaux, Museum, Stele vom gallo-römischen Friedhof, 3.–4. Jahrhundert
Civaux, Museum, Stele vom gallo-römischen Friedhof, 3.–4. Jahrhundert
Civaux, Museum, Kalksteinbehälter für Glasurne, unten Os resectum
Civaux, Museum, Glasurne
Die Taufe Chlodwigs
Dagobert Ier chassant le cerf: Vie de saint Denis (um 1250). Bibliothèque nationale de France.
Merowingische Scheibenfibeln
Merowingische Fibel
Museum, Kindersarkophag
Museum, Sarkophag aus röm. Säule
Museum, röm. Skulptur, als Sargdeckel wiederverwendet
Gravur, Fisch, (oben)
merowingische Nekropole, Grafik um 1747
merowing. Nekropole, Ansicht von SO, Grafik 18. Jahrhundert
Sarkophage
Sarkophage, teils gerundet
Nekropole, Sarkophage nahe der Kapelle
Museum, Keramiken, Frühmittelalter
Civaux, Museum, Kupfer- und Silbermünzen
Civaux, Museum, Goldmünzen
Ausgrabungen, frühchristliches Tauchbecken, mit drei großen Stufen, von N
Ausgrabungen, frühchristliches Tauchbecken, von O
Ausgrabungen, fanum, von Südwest
Sarkophage am Chor
Jakobspilger, Holzschnitt von 1568
Nekropole, Chapelle Ste.-Catherine, 15. Jahrhundert
Nekropole, Kapelle, Steine des Fundaments der ehem. Apsis
Bleisiegel einer Bulle Clemens VII.
Château La Tour-aux-Cognos
Civaux, ehem. Priorat Loubressac
Kirche, Nordansicht
Civaux, Kirche, Fassade
Civaux, Fassade, Blendarkadenfries
Civaux, Fassade, Blendarkadenfries
Civaux, Chor, ehem. "fenestella"
Mittelschiff zum Chor
Mittelschiff, zum Hauptportal
südl. Seitenschiff, mit gemalter Arkadenöffnung
Kapitell, rätselhaftes Motiv
Kapitell, Atlanten
Kapitell, Vierbeiner
Langhaus, Empore im 1. Joch
Chor
"Vierung" und Chor
Stele, Ende 4. oder Anfang 5. Jahrhundert
Civaux, Grundmauern des ehemaligen fanums, von Osten
Rekonstruierter gallo-römischer Umgangstempel auf dem Martberg/Eifel
Baptisterium, Taufbecken im ehem. fanum, von N
Eingangstreppe zum Baptisterium, im ehem. fanum, NW-Ecke
Baptisterium, NW-Ecke des ehem. fanums
Civaux, Sarkophage im ehem. fanum