Crotone


Crotone (in der Antike Kroton) ist eine italienische Gemeinde mit 62.449 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) und die Hauptstadt der Provinz Crotone. Sie liegt in der Region Kalabrien am Ionischen Meer nahe dem Golf von Tarent.

Die Stadt, die 1992 etwa 60.000 Einwohner zählte, gliedert sich in die Stadtteile Papanice, Apriglianello, Carpentieri, Cipolla, Farina, Gabella Grande, Iannello, Maiorano und Margherita.

Auf dem Boden des heutigen Crotone befand sich bereits seit der mittleren Bronzezeit (ab dem 15./14. Jahrhundert v. Chr.) eine – eventuell zunächst aus mehreren später zusammengewachsenen Dörfern gebildete – Siedlung. Ausgrabungen brachten verschiedene Schichten zutage, die belegen, dass die Siedlung bis in die frühe Eisenzeit (9./8. Jahrhundert v. Chr.) bestand. Fragmente Mykenischer Keramik, die auch zur Datierung einzelner Siedlungsphasen von Bedeutung sind, zeugen von Kontakten zu Griechenland im 13. und 12. Jahrhundert v. Chr. (Keramik der Zeitstufen SH III B und III C). Des Weiteren fanden sich – neben eindeutig einheimischen Artefakten – auch Gefäße, die der sogenannten Pseudominyschen Keramik zugeordnet werden.[2]

Nach der griechischen Mythologie wurde die Stadt von Alemons Sohn Myskelos am Grab des verstorbenen Helden Kroton gegründet.

Das antike Kroton wurde Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. von achäischen Griechen nahe dem heutigen Stadtzentrum gegründet und entwickelte sich zu einer reichen Polis. Es war Teil der sogenannten Magna Graecia. 12 Kilometer südöstlich von Kroton liegt die Landspitze Capo Colonna, das antike Lakinion mit seinem Heraheiligtum, bekannt als Versammlungsstätte des Italiotischen Bundes, eines Zusammenschlusses der griechischen Städte gegen die Italiker. In Kroton soll der berühmte Zeuxis im Tempel der Hera ein Bildnis der Helena, Idealbild weiblicher Schönheit, geschaffen haben, indem er die fünf schönsten Jungfrauen zum Modell nahm, weil vollendete Schönheit in der Natur an einer einzigen Person nicht vorkomme. Viele berühmte Athleten der antiken Olympischen Spiele, darunter der berühmte Ringer Milon, stammten aus Kroton. Um 530 v. Chr. ließ sich der Philosoph Pythagoras in Kroton nieder und gründete die Gemeinschaft der Pythagoreer. Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. erfreute sich die medizinische Schule von Kroton[3] großer Berühmtheit; schon im späten 6. Jahrhundert v. Chr. gehörte der aus Kroton stammende, auch als Leibarzt von Polykrates tätige Demokedes[4] zu den prominentesten Ärzten des griechischen Kulturkreises. Diodor berichtet, dass es 318/17 zu einer Stasis in der Polis kam, in deren Verlauf zahlreiche Bürger, die von ihren Feinden aus der Stadt verbannt worden waren, bei dem Versuch, Kroton gewaltsam einzunehmen, getötet wurden. Die Stadt geriet schließlich 277 v. Chr. im Zuge des Pyrrhischen Krieges unter römische Oberherrschaft. Sie hatte große Verheerungen erlitten.


Crotone
Münze aus Kroton, ca. 480-460 v. Chr.
Statuette im Museo Archeologico in Crotone
Der Dom