Denkmalliste


In einer Denkmalliste, auch Denkmalbuch, Denkmalverzeichnis oder Denkmalkataster, werden alle anerkannten Denkmale einer Gebietskörperschaft aufgeführt. Diese Verzeichnisse sind das Ergebnis einer Inventarisation.

Von der amtlich-rechtlichen Denkmalliste der Denkmalverwaltung als reiner Auflistung des Denkmalbestandes abzugrenzen sind die in Buchform veröffentlichte Denkmaltopographie (in Österreich als Kunsttopographie bezeichnet), die die Denkmale im Zusammenhang mit der geografischen Situation und der historischen Entwicklung des Beschreibungsgebiets darstellt, und das Denkmalinventar, das die Denkmalobjekte und ihre Entwicklung sehr detailliert darstellt und auch abgegangene Denkmale erwähnt.

Die beiden unterschiedlichen Arten der Denkmallisten unterscheiden sich in den Staaten und Ländern; sie sind im jeweiligen Denkmalschutzgesetz festgelegt.

Deklaratorische Denkmallisten werden nachrichtlich geführt. In sie werden Objekte aufgenommen, die die im jeweiligen Denkmalschutzgesetz genannten Voraussetzungen erfüllen, wobei die Denkmaleigenschaft eines Objektes nicht von der Eintragung in die Liste abhängt. Für bewegliche Denkmale gibt es spezielle Regelungen.

Konstitutive Denkmallisten sind verwaltungsrechtliche Instrumente. Ein Denkmal ist demnach erst gesetzlich geschützt, wenn es durch einen bestandskräftigen Verwaltungsakt in die Liste aufgenommen wurde. Dazu sind die entsprechenden Stellen zu hören, der Denkmaleigner hat die Möglichkeit, gegen die Aufnahme in die Denkmalliste rechtlich vorzugehen.

Ist ein Eigentümer mit der Denkmalausweisung nicht einverstanden, kann er sie anfechten, die Verfahren reichen vom einfachen Einspruch (Österreich) über einen Widerspruch (soweit landesrechtlich vorgesehen) bis hin zu einer Anfechtungs- oder Feststellungsklage.


Kennzeichen eines in die Denkmalliste in Nordrhein-Westfalen eingetragenen Baudenkmals
Statistik Denkmalschutz nach Eigentümern