Deutsche Arbeitsfront


Die Deutsche Arbeitsfront (DAF) war in der Zeit des Nationalsozialismus der Einheitsverband der Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit Sitz in Berlin (ab 1935 im Dienstgebäude Hohenzollerndamm in Berlin-Wilmersdorf[1]).

Die DAF wurde am 10. Mai 1933 nach Zerschlagung der Freien Gewerkschaften gegründet. Deren Vermögen wurde zugunsten der DAF beschlagnahmt und das Streikrecht abgeschafft. Sämtliche Berufsverbände der Angestellten und der Arbeiter wurden mit dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934 zusammengeführt; die DAF wurde der mit Abstand größte NS-Massenverband.[2] Im Oktober 1934 wurde die DAF offiziell der NSDAP angeschlossen. Sie war nach dem Führerprinzip bis hinab zum Blockwart organisiert und unterstand dem Reichsorganisationsleiter der NSDAP Robert Ley, der als „eine Art Treuhänder der Volksgemeinschaft“ fungierte. An die Stelle einer gewerkschaftlichen Interessenvertretung kam die Erziehung von Arbeitnehmern und Unternehmern im Sinne der NS-Ideologie.[2] Gegliedert in 18 Reichsbetriebsgemeinschaften (später 16 Fachämter) und 33 Gauwaltungen, bestand die DAF bis Mai 1945 mit zuletzt 22 Millionen Mitgliedern. Nur wer arbeitsfähig war, hatte einen Wert; ausgeschlossen waren alle Menschen, die nach NS-Kriterien als Juden oder „jüdische Mischlinge ersten Grades“ klassifiziert wurden und aus anderen Gründen als „minderrassig“ oder auch aus politischen Gründen als „gemeinschaftsunfähig“ galten.[2] Zwangsarbeit war zugleich Teil der Verfolgungspraxis.[3]

Mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. Oktober 1945 wurde die Deutsche Arbeitsfront verboten und ihr Eigentum beschlagnahmt. Mit den Kontrollratsgesetzen Nr. 40 vom 30. November 1946[4] und Nr. 56 vom 30. Juni 1947[5] wurden die nationalsozialistischen Betriebs- und Dienstgemeinschaften abgeschafft.

Die DAF sollte die deutschen Arbeiter in das neue „Dritte Reich“ integrieren und damit ihren bisherigen Organisationen den Boden entziehen. Vor 1932 hatte die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) nur geringe Erfolge. Viele ehemalige Anhänger des Strasser-Flügels waren auch 1933 noch antikapitalistisch eingestellt und forderten, aus der NSBO eine nationalsozialistische Gewerkschaft zu machen. Nach der Reichstagswahl März 1933 übertrug Hitler Robert Ley die Aufgabe, die wilden Aktivitäten der NSBO zu beenden und die Freien Gewerkschaften zu zerschlagen. In einer generalstabsmäßig geplanten Aktion besetzten einen Tag nach dem groß gefeierten „Tag der nationalen ArbeitSA und SS in ganz Deutschland die Gewerkschaftshäuser und nahmen die Vorsitzenden der größeren Gewerkschaften in „Schutzhaft“.[6] Im Gegensatz zu den Gewerkschaften konnten die Unternehmerverbände ihre organisierte Selbständigkeit behaupten.


Flagge der Deutschen Arbeitsfront (Fabrikfahne)
Werkausstellung der Deutschen Arbeitsfront (1933)
DAF-Ausstellung „Gesundes Leben, Frohes Schaffen“ (1938)
Verballhornung des Lieds Brüder, zur Sonne, zur Freiheit mit Judenhetze
1943 bittet die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung Leistungskampf der deutschen Betriebe, die Wirtschaftskammer um eine Auszeichnung für die Opekta Köln
Mitgliedsbuch der Deutschen Arbeitsfront (ausgestellt im Großunterstandsmuseum in Hatten)
Arbeitsfrontempfänger DAF1011