Deutsche Dogge


Die Deutsche Dogge ist eine von der FCI anerkannte deutsche Hunderasse (FCI-Gruppe 2, Sektion 2.1, Standard Nr. 235). Die Rasse ist der offizielle State Dog des US-Bundesstaats Pennsylvania.

Vor allem in der kynologischen Fachliteratur des ausgehenden 19. Jahrhunderts wurden Versuche unternommen, die doggenartigen europäischen Hunde, also die Englische Bulldogge, den Mastiff, die Bordeauxdogge sowie die Deutsche Dogge, auf antike oder gar frühgeschichtliche Hundetypen zurückzuführen. Ob diese Zusammenhänge bestehen, ist ungewiss. So besaßen bereits die Assyrer vor über 4000 Jahren große, schwerfällige, stumpfschnauzige, kurz behaarte Kampfhunde, denen teils zugeschrieben wurde, Vorläufer der heutigen Doggen zu sein. Auch eine Verwandtschaft mit der Tibet-Dogge wurde vermutet; dies wurde inzwischen durch einen Vergleich der mitochondrialen DNS verschiedener Hunderassen einschließlich der von Tibetdoggen widerlegt.[1]Möglicherweise wurden die Doggen-Urahnen von den Kelten nach England und Irland gebracht. Im 2. Jahrhundert kämpften die „breitmäuligen Hunde Britanniens“, bei denen es sich um Doggen gehandelt haben könnte, in römischen Zirkuskämpfen die Hunde von Molossis nieder, welche zuvor als die stärksten Hunde galten.

Die Geschichte der Deutschen Dogge lässt sich vom Anfang des 16. Jahrhunderts an lückenlos verfolgen. Damals wurden von England her starke, hochläufige Hunde eingeführt, die aus Kreuzungen des breiten Mastiffs mit dem großen irischen Wolfshund stammten. Es handelte sich aber wohl noch um keine verfestigte Rasse nach heutigem Verständnis, sondern eben um Kreuzungsergebnisse mit durchaus unterschiedlichen Phänotypen.[3] Die Zucht dieser Hunde, welche man als Englische Docken, Englische Tocken oder Englischer Hund[4] bezeichnete, wurde in Deutschland seit Anfang des 17. Jahrhunderts selbständig betrieben.[5][6]

„Es kommet solche grosse Art von Hunden eigentlich aus Engelland oder Irrland, welche grosse Herren vor diesem anfänglich aus solchen Ländern mit vielen Unkosten haben bringen lassen, sie werden aber jetziger Zeit nicht mehr so weit gehohlet, sondern in Teutschland an grosser Herren Höfen von Jugend auf erzogen und zur Pracht erhalten, auch nach ihrer Grösse, guten Gewächs, Schönheit und Farben unterschieden und aestimieret.“[7]


Kaiser Karl V. mit Leibhund, um 1533[2]
Ein Kammerhund mit vergoldetem Halsband, Brandenburg 1705
Dogge im Jagdpanzer, 17. Jahrhundert
Kurhessische Doggen, 1807
Schwarz-weiß gefleckte Dogge oder „Tigerdogge“
Grautiger-Dogge aus dem gefleckt-schwarzen Farbschlag
Blaue Dogge, 14 Wochen alt.
Deutsche Dogge, die reinerbig für den Merlefaktor ist und dadurch eine Fehlbildung der Augen aufweist.