Devisenbilanz


Die Devisenbilanz (englisch foreign exchange balance) erfasst als Teilbilanz der Zahlungsbilanz innerhalb einer Volkswirtschaft insbesondere sämtliche Devisen- und Goldbestände innerhalb einer bestimmten Rechnungsperiode.

Wie alle Bilanzen, so ist auch die Devisenbilanz eine Gegenüberstellung von Aktivseite und Passivseite.[1] Die Differenz zwischen beiden heißt Saldo, der auf der Seite mit den betragsmäßig geringeren Bilanzpositionen erscheint, so dass die Devisenbilanz formal stets ausgeglichen ist. In der Kapitalbilanz werden die Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber den Ausland erfasst. Diese Veränderungen beeinflussen auch die Geldmenge im Inland. Deshalb wird für die Zentralbank eine eigene „Kapitalbilanz“, die Devisenbilanz, geführt.[2] Da mittlerweile die Devisenbilanz ausschließlich Bilanzpositionen der Bundesbank enthält, ist in Deutschland die Devisenbilanz „das Auslandskonto der Bundesbank“.[3] Letztlich bildet die Devisenbilanz die Währungsreserven eines Staats ab.

Formal ist die Devisenbilanz eine Teilbilanz der Zahlungsbilanz. Sie erfasst die Währungsreserven der Bundesbank und nachrichtlich den Ausweis der Netto-Auslandsaktiva der Bundesbank.[4] Die Devisenbilanz enthält die Positionen der Zahlungsbilanz mit umgekehrten Vorzeichen; was in der Zahlungsbilanz auf der Aktivseite steht, ist in der Devisenbilanz auf der Passivseite verbucht und umgekehrt.

Jede Transaktion, die eine Ausgabe oder Einnahme von Devisen zur Folge hat, erscheint in der Devisenbilanz. Die Gegenbuchung erfolgt in der Teilbilanz, die hierfür vorgesehen ist, also beispielsweise bei Deviseneinnahmen aus einem Export die Handelsbilanz.

In der Devisenbilanz waren bis 1958 auch die Veränderungen in der Devisenposition der Geschäftsbanken enthalten. Seitdem werden diese Veränderungen im Auslandsstatus der Geschäftsbanken in der Kapitalbilanz registriert.[6] Heute enthält die Devisenbilanz den Devisen- und Goldbestand, die Reserveposition im Internationalen Währungsfonds (bestehend aus Ziehungs- und Sonderziehungsrechten) sowie liquide Forderungen und Verbindlichkeiten der Bundesbank in Fremdwährung gegenüber dem Ausland. Alle übrigen Forderungen/Verbindlichkeiten erscheinen in der Kapitalbilanz.

Die Bestände als Bestandsgrößen ergeben sich aus Zu- und Abflüssen (Stromgrößen) an Devisen, Gold und Forderungen/Verbindlichkeiten. Die beispielsweise in der Leistungsbilanz erfassten Exporte und Importe erhalten in der Devisenbilanz eine Gegenbuchung in Form eines Devisenzuflusses durch Exporte und eines Devisenabflusses durch Importe. Ist ein Staat wie etwa Deutschland exportlastig (positiver Außenbeitrag), so weisen – unter sonst gleichbleibenden Bedingungen – sowohl die Leistungs- als auch die Devisenbilanz einen Überschuss-Saldo aus.