Dijon


Dijon [diˈʒɔ̃] ( Aussprache?/i; deutsch veraltet: Dision,[1] italienisch Digione, lateinisch Divio, Diviodunum) ist eine Stadt mit 158.002 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Osten Frankreichs, Hauptstadt des Départements Côte-d’Or und die Hauptstadt der Region Bourgogne-Franche-Comté.

Dijon ist ein Verkehrs-, Handels- und Industriezentrum und Sitz der Université de Bourgogne, die 1722 gegründet wurde. Die Stadt ist berühmt für ihren Senf und ein wichtiger Handelsplatz für Burgunderweine.

Dijon liegt am Westrand der Saône-Ebene und am Fuß des nördlichen Ausläufers der Côte d’Or; durch die Stadt fließen die Ouche und der Suzon, sie liegt am Canal de Bourgogne, der die Stadt mit der Saône verbindet.

Die frühesten Funde im Gebiet der heutigen Stadt Dijon stammen aus der Hallstattzeit, einer Epoche der Eisenzeit. In gallo-römischer Zeit existierte hier nur ein relativ unbedeutender Ort,[2] der den Namen Divio (Varianten: Diviodunum, Dibio, Castrum divionense) trug. Er lag an der Grenze der civitates der Lingonen und Haeduer[3][4] und gehörte zur Provinz Gallia Belgica. Der Missionar Benignus von Dijon, der nach christlicher Überlieferung lange in Dijon gewirkt hatte, soll hier im 2. oder 3. Jahrhundert den Märtyrertod erlitten haben.

Literarisch ist der Ort erst bei frühmittelalterlichen Autoren bezeugt. Gregor von Tours berichtet, dass Aurelian den Ort befestigt habe.[5] Diesen Schritt unternahm der römische Kaiser wohl um 273 n. Chr. wegen anhaltender Germaneneinfälle.[2] Laut Gregor lag die einen Umfang von etwa 1200 m aufweisende befestigte Siedlung nördlich der Ouche und wurde vom Suzon durchflossen, mit dessen Wasserkraft Mühlen betrieben wurden. Unweit westlich des Orts befanden sich fruchtbare Weinberge. In der Nähe verlief auch die Via Agrippa, eine von Lyon (lat./keltisch Lugdunum) nach Trier (lateinisch Augusta Treverorum) führende Römerstraße.[6]

In den 470er Jahren gelangte Dijon unter die Herrschaft der Burgunden.[7] Im Jahr 500 besiegten die Franken unter Chlodwig I. die Burgunden unter Gundobad in der Schlacht bei Dijon.[8] 525 erfolgte hier die Gründung der mächtigen Abtei Saint-Bénigne. 737 wurde Dijon durch die Sarazenen, 888 durch die Normannen eingeäschert.


Klimadiagramm von Dijon
Der Herzogspalast von Dijon
Westfassade der Kirche Notre Dame
Mönchsdormitorium der ehemaligen Benediktinerabtei St. Bénigne, heute Ausstellungssaal des Archäologischen Museums
Vorübergehend verziertes Grand Théâtre de Dijon
TGV-Linien in Frankreich (2009)