Eichen


Die Eichen (Quercus), von althochdeutsch eih („Eiche, Eichbaum, Eichenbaum“[1]) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Buchengewächse (Fagaceae).

Eichen-Arten sind sommergrüne oder immergrüne Bäume, seltener auch Sträucher. Die wechselständig und spiralig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind meist in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die dünnen bis ledrigen, einfachen Blattspreiten sind gelappt oder ungelappt. Die Blattränder sind glatt oder gezähnt bis stachelig gezähnt. Die unscheinbaren, extrapetiolaren Nebenblätter fallen früh ab (nur bei Quercus sadleriana sind sie auffälliger).[2]

Je nach Standort und Sorte kann eine Eiche etwa 30 bis 40 Meter hoch und in manchen Fällen über 1000 Jahre alt werden.[3]

Eichen-Arten sind einhäusig gemischtgeschlechtig (monözisch). Die meist zu mehreren an der Basis junger Zweige sitzenden Blütenstände sind eingeschlechtig. Die Blüten sind sehr einfach gebaut, wie es bei windbestäubten (anemophilen) Taxa häufig der Fall ist. Die männlichen Blüten sind in hängenden Blütenständen (Kätzchen) zusammengefasst.[2] Die Blütenhüllblätter sind verwachsen. Die männlichen Blüten enthalten meist sechs (zwei bis zwölf) Staubblätter, es sind manchmal reduzierte Pistillode (sterile Stempel), in Form von Haarbüscheln, vorhanden. Die weiblichen Blüten enthalten meist drei (bis sechs) Fruchtblätter und einen Stempel mit mehreren Griffeln. Jede Cupula (Fruchtbecher, Hütchen) enthält nur eine weibliche Blüte.

Eichen sind insbesondere an ihrer Frucht, der Eichel (von althochdeutsch eihhila „das Junge der Eiche“[4]), früher auch Ecker genannt, zu erkennen und in den einzelnen Arten zu unterscheiden. Die Eichel ist eine Nussfrucht. Sie reifen im ersten oder zweiten Jahr nach der Bestäubung. Jede Nussfrucht ist von einem Fruchtbecher umgeben.

Schon von Alters her ist den Menschen aufgefallen, dass Eichen eine ungewöhnliche Vielfalt von Insekten beherbergen (bis zu 1000 Arten in einer Krone[6]). Die Spezialisierung zahlreicher Insekten-Arten auf Quercus-Arten gilt als ein Zeichen des hohen entwicklungsgeschichtlichen Alters (Koevolution).[7]


Blütenstände von Quercus petraea
Eichel mit Cupula von Quercus ithaburensis subsp. macrolepis
Sektion Quercus: Portugiesische Eiche (Quercus faginea)
Sektion Quercus: Großfrüchtige Eiche (Quercus macrocarpa) – Früchte (mit Laub)
Sektion Lobatae: Wasser-Eiche (Quercus nigra)
Sektion Lobatae: Sumpf-Eiche (Quercus palustris)
Sektion Lobatae: Roteiche (Quercus rubra)
Sektion Ponticae: Armenische Eiche (Quercus pontica)
Sektion Virentes: Virginia-Eiche (Quercus virginiana)
Sektion Cerris: Kork-Eiche (Quercus suber)
Sektion Cerris: Mazedonische Eiche (Quercus trojana)
Sektion Cyclobalanopsis: Bambusblättrige Eiche (Quercus myrsinifolia)
Sektion Ilex: Kermes-Eiche (Quercus coccifera)
Eicheln ernten und pflanzen: ein kurzes Video aus Wales.
Eichen und Eicheln werden auch oft in Wappen verwendet. Hier das Gemeindewappen von Kirchardt.
Den Eichenbaum findet man im Wappen der Stadt Berga/Elster.
Eichenzweig – Rückseite der letzten deutschen Pfennigstücke
Zweig einer Eiche im Querschnitt
Balkenprobe aus dem Rathaus von Gödenroth (Eichenholz)
Großaufnahme Eichenquerschnitt
Holz der Mooreiche
Holz der Trauben-Eiche
Schwere Tür aus Eichenholz in Basel
Mooreichen im Naturerlebnisraum Burg (Dithmarschen) am Waldmuseum
Informationen zum Alter dieser Stämme
Stärkekörner in einer Eichel der Roteiche
(Mikroskopische Aufnahme im polarisierten Licht)
Bühleiche in Plochingen-Stumpenhof
Allee aus Eichen
Eiche als NaturdenkmalEiche in der Kreuzwiese in Engelrod