Nicht übertragbare Einzelstimmgebung


Die nicht übertragbare Einzelstimmgebung (englisch single non-transferable vote, abgekürzt SNTV, ‚Einfache nicht-übertragbare Stimme‘) ist ein Wahlsystem, das in Wahlkreisen zur Anwendung kommt, in denen mehr als ein Vorschlag ausgewählt werden soll (Mehrpersonen- oder Mehrmandatswahlkreise).

Jeder Wähler hat nur eine Stimme, die er Kandidaten geben kann, die für mehrere Posten zur Wahl stehen. In einem Wahlkreis mit n zu vergebenen Posten werden dann die n Kandidaten mit den meisten Stimmen gewählt.

Bei der Wahl 2013 zum Parlament der japanischen Präfektur Tokio bewarben sich im Fünfmandatswahlkreis Edogawa sieben Kandidaten aus fünf Parteien. Das Wahlergebnis war wie folgt

Bei diesem Ergebnis erhielt die Demokratische Partei kein Mandat, obwohl sie in der Addition der Stimmen für ihre Kandidaten an dritter Stelle lag:

Der Anreiz für taktisches Wählen ist bei der einfachen nicht-übertragbaren Stimme sehr hoch. Da der Wähler nur eine Stimme hat, sollte der Wähler die Stimme einem Kandidaten geben, der einerseits eine Chance hat zu gewinnen, andererseits aber nicht ohnehin schon einen großen Stimmenvorsprung hat. Auch die Parteien müssen vor der Wahl genau abschätzen, wie groß ihr Wählerpotential ist, und dementsprechend ihre Kandidaten taktisch nominieren.

In obigem Beispiel hätte die LDP unter Umständen sogar drei Kandidaten durchbringen können, wenn die Wähler der Partei ihre Stimmen optimal auf diese Kandidaten verteilt hätten: Bei gleichem Gesamtergebnis für die Partei (81,205 Stimmen) hätten drei LDP-Kandidaten mit 27,000, 27,005 und 27,200 den KPJ-Kandidaten auf den sechsten Platz verdrängt.