Elbe


Die Elbe anhören?/i (niederdeutsch Elv, tschechisch Labe, lateinisch Albis) ist ein mitteleuropäischer Strom, der in Tschechien entspringt, durch Deutschland fließt und in die Nordsee mündet. Sie entwässert unter anderem einen großen Teil Ostdeutschlands sowie nahezu das ganze von Mittelgebirgen umschlossene Böhmen. Zu den bekanntesten Gewässern ihres Einzugsgebietes gehören die Moldau, die Mulde, die Saale, die Havel mit der Spree und die Elde mit der Müritz. Im Oberlauf durch die Mittelgebirge geprägt, folgt sie im weiteren Verlauf zwei Urstromtälern des Norddeutschen Tieflandes.

Gemessen an der Größe ihres Einzugsgebietes von 148.300 km² liegt die Elbe für Mitteleuropa gemäß Liste der Flüsse in Europa an vierter Stelle, hinter der Donau, der Weichsel und dem Rhein und gefolgt von Oder und Memel.[6]

Das niederdeutsche Elv, der hochdeutsche Name Elbe wie auch der tschechische Name des Flusses sind von gleichem Ursprung; der slawische Name Labe ist angesichts seiner Lautgestalt bereits früh aus dem Germanischen oder Lateinischen entlehnt worden:

In der Antike nannten Griechen, Kelten und Römer, so etwa Plinius und Tacitus, den Strom Albis, die Germanen Albia. Der althochdeutsche Name des Flusses lautet Elba, der altenglische Ælf, Ielf und der altnordische Saxelfr. Wahrscheinlich ist er etymologisch identisch mit altnordisch elfr „Fluss“,[7] das in den heutigen skandinavischen Sprachen als schwedisch älv, norwegisch elv und isländisch elfur fortlebt.[8] Der schon 18 n. Chr. bei Strabon belegte Name dürfte somit auf ein urgermanisches Appellativum *albijō- (vgl. die latinisierte Form Albia) mit der Bedeutung „Fluss“ zurückgehen, das außerhalb des Nordischen schon früh außer Gebrauch gekommen ist. Die Elbe ist somit von den frühen Germanen schlicht als „der Fluss“ bezeichnet worden, was zur dominierenden Stellung des Flusses in der Norddeutschen Tiefebene passt, der vermutlichen Wiege der germanischen Sprachen – mit Sicherheit aber des Westgermanischen.

Die Bezeichnung könnte analog zum gallischen Flussnamen Albis (heute Aube) als „weißes Wasser“, im Gegensatz zum Namen Dubis (heute Dub) für „Schwarzwasser“, zu deuten sein.[9] Der Name geht vermutlich auf das indogermanische Adjektiv *h₂elbʰ-o- „weiß“ zurück[10] und ist mit dem lateinischen albus „weiß“ verwandt.

Mit einer Länge von 1094,26 km ist die Elbe der zwölftlängste Fluss in Europa[2] und gehört zu den 100 längsten Flüssen der Erde. Würde der längste Nebenfluss, die Moldau, als Quellfluss der Elbe betrachtet, ergäbe sich eine Gesamtlänge von 1245 km (Platz neun in Europa). Der tschechische Anteil beträgt 370,74 km, der durch Deutschland fließende Teil der Elbe bis zur Kugelbake bei Cuxhaven, die das Ende der Binnenelbe markiert, ist 726,95 km lang.[2]


Špindlerův Mlýn, erste Stadt an der Elbe
Blick von der Festung Königstein auf den großen Elbebogen, die Stadt Königstein und den Lilienstein
Elbe-Weser-Dreieck und Helgoländer Bucht
Mündung der Elbe in die Nordsee in Cuxhaven
Elbmündung um 1721
Die Kugelbake in Cuxhaven markiert den Übergang von der Elbe zur Nordsee.
Eisgang auf der Elbe in Dresden im Januar 2006
An der Elbquelle: Wappen von 28 Elbstädten
Elbfall im Riesengebirge um 1900, oben die Elbfallbaude, 1284 m n.m.
Elbe bei Bad Schandau
Die Elbe ist ein Sandfluss mit teilweise noch naturbelassenen Ufern.
Ästuar der Elbe mit der Insel Trischen
Mündung der Moldau in die Elbe
Nebenflüsse der Elbe
Oberelbe im Elbsandsteingebirge
Elbholz, ein Überrest natürlichen Hartholz-Auwaldes
Binnendüne bei Dömitz (Standort)
Teichbinsenröhricht ist typisch für naturnahe Uferzonen an der Tideelbe.
Werbung für Elb-Kaviar in der Kreuzzeitung vom 23. Dezember 1857
Abwassereinleitung des Zellstoff- und Zellwollewerkes in Wittenberge (1990)
Entnahme einer Wasserprobe zur Gewässerüberwachung (1974)
Nationalpark Riesengebirge: Elbe, kurz hinter der Quelle
Herbstliche Mittelelbe zwischen Niedersachsen (rechts) und Brandenburg. Unter anderem weil der Strom in diesem Abschnitt innerdeutsche Grenze war, hat sich bis in die Gegenwart ein relativ naturnahes, unverbautes Ufer erhalten.
Ehemaliges Fischerdorf Wachwitz in Dresden
Winterhochwasser Ende März 2005 in Dresden
Niedrigwasser unterhalb der Augustusbrücke in Dresden (Juli 1904)
Niedrigwasser in Dresden (Pegel bei 1 m, Juni 2005)
Historischer Tiefpunkt in Magdeburg: 0,45 m am 19. Sept. 2018
Hochwasser 2006, Stadtkern von Hitzacker vollständig überflutet
Wehr Geesthacht: Durch Wartungsarbeiten ist der einstellbare Wehrverschluss gut zu erkennen.
Elbe bei Děčín
Elbstrand in Hamburg-Övelgönne
Auf der Kanalbrücke Magdeburg überquert der Mittellandkanal die Elbe.
Panoramaansicht der Elbe und des Hamburger Hafens vom Turm des Michels aus
Staustufe Geesthacht mit B 404
Grenzüberschreitende Fähre von Schöna nach Herrnskretschen (Hřensko)