Embryophyta


Die Embryophyta, oft auch als Landpflanzen bezeichnet, sind ein biologisches Taxon, das die Samenpflanzen, die Farne, die Schachtelhalme, die Bärlappgewächse und die Moose umfasst. Das namengebende gemeinsame Merkmal der Embryophyta ist der Embryo, der sich bei Samenpflanzen im Samen befindet. Bislang sind etwa 280.000 Arten beschrieben, darunter etwa 250.000 Bedecktsamer (Blütenpflanzen).[3] Rund ein Fünftel davon sind vom Aussterben bedroht.[4]

Die Embryophyta zeichnen sich durch einen heterophasischen Generationswechsel aus, bei dem sich eine haploide sexuelle und eine diploide vegetative Generation abwechseln (vgl. Kernphasenwechsel und Diplohaplont). Die beiden Generationen sind unterschiedlich gestaltet (heteromorpher Generationswechsel), wobei bei den Gefäßpflanzen der diploide Sporophyt wesentlich größer ist als der haploide Gametophyt, während es bei den Moosen umgekehrt ist.

Die sexuelle Generation, der Gametophyt, bildet Sexualorgane aus, die als Antheridien (männlich) und Archegonien (weiblich) bezeichnet werden. Bei den Bedecktsamern sind diese auf einzelne Zellen reduziert und nicht mehr als klar umgrenzte Strukturen erkennbar. Die Eizellen verbleiben in den Archegonien und werden hier befruchtet. Bei den Samenpflanzen und insbesondere bei den Bedecktsamern (Blütenpflanzen) sind die Gametophyten extrem reduziert. Der männliche Gametophyt bildet mit einer von der Mutterpflanze ausgebildeten Hülle (Exine) das Pollenkorn und besteht nur aus wenigen Zellen (bei Bedecktsamern nur zwei). Der weibliche Gametophyt wird bei den Samenpflanzen Embryosack genannt und besteht bei den Bedecktsamern zumeist aus sieben Zellen, von denen eine die Eizelle ist.

Der Sporophyt wird nach der Befruchtung zunächst als mehrzelliger Embryo angelegt (daher die Bezeichnung Embryophyta), der an der Mutterpflanze verbleibt und von dieser ernährt wird. Bei den Samenpflanzen ist der reife Same mit dem Embryo ein Ruhestadium und dient der Verbreitung. Schon der Embryo besteht aus den drei Grundorganen Sprossachse, Blatt und Wurzel, die zusammen als Kormus bezeichnet werden. Nur der viel einfacher gebaute Sporophyt der Moose ist nicht derartig differenziert. Die Blätter sitzen seitlich an der Sprossachse, und aus ihren Achseln entspringen Seitentriebe, durch die sich die Sprossachse verzweigt. Dagegen trägt die Wurzel niemals Blätter, und sie verzweigt sich, indem Seitenwurzeln aus ihrem Inneren hervorbrechen.


Embryo einer Zeder mit den Keimblättern (c), dem Hypokotyl (h) und der Radicula (r). Der Embryo ist umgeben vom Endosperm (e).
Lebenszyklus einer Blütenpflanze (Bedecktsamer). In der Mitte der Sporophyt, links der weibliche und rechts der männliche Gametophyt.
Bärlapp (rechts), Palmfarn (links) und Echte Farne (unten). Im Gewächshaus kultivierte Nachfahren der frühen Vertreter der Embryophyta
Die Phylogenie der Pflanzen. Algen sind hier auch ein Teil des Pflanzenreiches. Paraphyletische Gruppen sind blau gekennzeichnet. Ursprung der Pflanzen: Symbiogenese zwischen einem Cyanobakterium und einem zweigeißeligen Protozoon der Klade Diaphoretickes.