Emeritierung


Emeritierung ist eine Form der altersbedingten Befreiung von der Pflicht zur Wahrnehmung der Alltagsgeschäfte (Entpflichtung).

Das Wort leitet sich von dem lateinischen Verb emerēre bzw. dessen Form im Deponens emerēri (von méritum „Lohn“) ab, das sowohl sich ein Recht, einen Anspruch auf etwas erwerben als auch ausdienen, alt/unbrauchbar werden bedeutet.

Von Emeritierung spricht man bei Bischöfen und Domkapitularen innerhalb der katholischen Kirche, zuletzt 2013 auch bei Papst Benedikt XVI.[1] Ein emeritierter Bischof (Altbischof) ist, sofern er als Diözesanbischof amtiert hat, von den diözesanen Leitungsaufgaben entbunden, behält jedoch alle Rechte, die ihm aufgrund seiner Bischofsweihe, welche als Weihesakrament Character indelebilis ist, zukommen. Letzteres gilt gleichermaßen für Weihbischöfe. So kann ein emeritierter Bischof beispielsweise weiterhin die Firmung und das Weihesakrament spenden. Römisch-katholische Bischöfe sind mit dem Erreichen des 75. Lebensjahres dazu verpflichtet, den Papst um ihren Rücktritt zu bitten. Dieser ist als Bischof von Rom von dieser Regelung ausgenommen, das Kirchenrecht sieht jedoch vor, dass er sich selbst emeritieren kann.

Ein Landesbischof außer Dienst (a. D.) wird auch als emeritierter Bischof oder als Altbischof bezeichnet. Im Gegensatz zu katholischen Bischöfen gibt es dort kein rechtliches Höchstalter.

In der evangelischen Kirche wurde im 20. Jahrhundert der Begriff Emeritus (lat. „ausgedient“) für den Geistlichen gebraucht, der in den Ruhestand versetzt wurde[2] entweder auf Wunsch des Pfarrers oder auf Anordnung der kirchlichen Behörde wegen eingetretener Dienstunfähigkeit.[3] Als Emeritus wurde auch der auf dem Disziplinarweg „seines Amts enthobene Geistliche“ bezeichnet. Der betroffene Geistliche führte neben der Berufsangabe die Abkürzung i. R.. Üblich war auch der Zusatz a. D. oder die Abkürzung em. für emeritiert (ausgedient). In den einstweiligen Ruhestand oder Ruhestand auf Dauer getretene Emeriten bekamen in der Regel ein Ruhegehalt[4] aus einem besonderen Fonds der evangelischen Landes- oder Provinzialkirche. In der Folgezeit hatten Pfarrer und Pastoren der anerkannten Kirchen, die den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts besaßen, eine ähnliche Stellung wie die eines Staatsbeamten. Mit vollendetem 65. Lebensjahr konnte der Geistliche ohne weiteres in Pension gehen, musste es aber nicht, so dass manche Pfarrer bis zum vollendeten 70. Lebensjahr, vielfach auf dem Lande, seelsorgerlich tätig waren.

Die Tätigkeit der Hochschullehrer wurde ursprünglich als Beruf auf Lebenszeit verstanden. Die Verabschiedung der Hochschullehrer ist jedoch, seit sich Hochschullaufbahnen in der öffentlichen Verwaltung herausbildeten, in der Art der übrigen Beamten geregelt. Zum ersten Mal wurden die Professoren in Preußen 1825 aus der allgemeinen Regelung ausgenommen.