Emission (Wirtschaft)


Emission (oder im Bankwesen auch Emissionsgeschäft) ist die Ausgabe von Wertpapieren oder anderen Finanzinstrumenten und deren erstmalige Platzierung an einem organisierten Geld- oder Kapitalmarkt (Börse oder Private Placement).[1] Auch die Ausgabe von Geld als gesetzliches Zahlungsmittel durch die Notenbank wird Emission genannt.

Unternehmen können sich die Finanzierung ihrer Investitionen auch durch die Ausgabe von Wertpapieren beschaffen. Einerseits können sie zwecks der Erhöhung ihres Eigenkapitals Aktien ausgeben, andererseits steht ihnen für die Erhöhung des Fremdkapitals die Begebung von Anleihen zur Verfügung. Die Emission dieser Wertpapiere setzt allerdings Emissionsfähigkeit der Unternehmen voraus. Die Emissionsfähigkeit eines Unternehmens manifestiert sich in der Erfüllung von Börsenvorschriften (insbesondere Mindest-Emissionsvolumen) und Bonitätsanforderungen von Anlegern (insbesondere ein Mindest-Rating, englisch investment grade), die sowohl das emittierende Unternehmen als auch seine ausgegebenen Finanzinstrumente oder Finanzprodukte erfüllen müssen.

Emissionen finden auf dem Primärmarkt statt, bereits in Umlauf befindliche Emissionen werden dagegen auf dem Sekundärmarkt gehandelt.

Für die emittierenden Unternehmen (Emittenten) dient die Ausgabe der Beschaffung bzw. Erhöhung des Eigen- oder Fremdkapitals sowie der Erhöhung der Marktkapitalisierung. Bei der Beschaffung des Eigenkapitals werden Aktien emittiert (siehe auch Börsengang, Kapitalerhöhung); Fremdkapital wird durch die Begebung von Schuldverschreibungen aufgenommen. Aktien und Schuldverschreibungen werden auf dem Kapitalmarkt gehandelt, Genussscheine und Wandelobligationen und sonstiges Mezzanine-Kapital als Zwischenform zwischen Eigen- und Fremdkapital sind ebenfalls Handelsobjekt des Kapitalmarkts. Commercial Papers oder Medium Term Notes als kurz- bis mittelfristige Kreditverbriefungen sind Handelsobjekt des Geldmarkts.

Wertpapieremissionen können nach ihrer Häufigkeit und nach dem Interesse, das ein Emittent verfolgt, unterschieden werden. Ferner gibt es die öffentliche und nicht-öffentliche Emission.

Sofern ein Emittent erstmals seine Wertpapiere platziert, handelt es sich um eine Neuemission, Emittenten mit dauerhafter Präsenz auf den Geld- und Kapitalmärkten werden entsprechend Daueremittenten genannt. Neuemissionen – auch wenn ein Emittent nach vielen Jahren erstmals wieder auf dem Kapitalmarkt auftritt – unterliegen einer besonderen Aufmerksamkeit aller Marktteilnehmer, insbesondere bei Kreditinstituten, Anlegern und Medien. Das IPO gehört in diesem Zusammenhang zu den Neuemissionen. Zu den Daueremittenten zählen insbesondere Kreditinstitute, die permanent Fremdkapital für die Finanzierung ihres Kreditgeschäfts benötigen.