Emittent (Finanzmarkt)


Ein Emittent ist ein Wirtschaftssubjekt, das zum Zwecke der Kapitalbeschaffung Wertpapiere oder ähnliche Urkunden auf den Geld- oder Kapitalmärkten ausgibt oder mit Hilfe eines Bankenkonsortiums ausgeben lässt. Auch die Notenbanken werden bei der Ausgabe von Geld als gesetzlichem Zahlungsmittel gelegentlich als Emittenten bezeichnet.

Zu den Wirtschaftssubjekten, die als Emittenten in Frage kommen, gehören Unternehmen und der Staat mit seinen Untergliederungen. Für die Emittenten dient die Ausgabe der Beschaffung bzw. Erhöhung des Eigen- oder Fremdkapitals sowie der Erhöhung der Marktkapitalisierung. Der Vorgang der Ausgabe von Wertpapieren wird Emission genannt. Bei der Beschaffung des Eigenkapitals werden Aktien emittiert, während Fremdkapital durch die Begebung von Anleihen aufgenommen wird. Aktien und Anleihen werden auf dem Kapitalmarkt gehandelt, Genussscheine, Wandelobligationen und sonstiges Mezzanine-Kapital als Zwischenform zwischen Eigen- und Fremdkapital sind ebenfalls Handelsobjekt des Kapitalmarkts. Commercial Papers oder Medium Term Notes als kurz- bis mittelfristige Kreditverbriefungen sind Handelsobjekt des Geldmarkts.

Emittent nach EG-Verordnung 1287/2006 (Kapitel 1 Artikel 2 Nr. 2) ist eine Person, die übertragbare Wertpapiere und gegebenenfalls andere Finanzinstrumente emittiert.[1] Auch wenn diese Legaldefinition natürliche Personen als Emittenten nicht ausdrücklich ausschließt, so kommen in der Wirtschaftspraxis emissionsfähige Industrie-, Handels- oder Verkehrsunternehmen, Kreditinstitute, Versicherungen oder Gebietskörperschaften bis hin zum Staat in Frage. Sobald diese Institutionen ihren Fremdkapitalbedarf nicht durch direkte Kreditaufnahme decken oder ihr Eigenkapital nicht aus Innenfinanzierung bestreiten, sondern die Verbriefung durch Wertpapiere wählen, beginnt ihre Funktion als Emittent. Der Begriff des Emittenten ist also eng mit dem Wertpapierbegriff verbunden. Zudem muss der Emittent Emissionsfähigkeit besitzen. Sie liegt vor, wenn der voraussichtliche Kurswert der zuzulassenden Aktien oder das Eigenkapital des Emittenten im Sinne des § 266 Abs. 3 Buchstabe A HGB gemäß § 2 BörsZulV mindestens 1.250.000 Euro oder 10.000 Stück beträgt.

Wertpapieremissionen können nach ihrer Häufigkeit und nach dem Interesse, das ein Emittent verfolgt, unterschieden werden. Ferner gibt es die öffentliche und nicht-öffentliche Emission.