Europäische Union


Die Europäische Union (EU) ist ein Staatenverbund aus 27 europäischen Staaten. Außerhalb des geographischen Europas umfasst die EU die Republik Zypern und einige Überseegebiete. Sie hat insgesamt etwa 450 Millionen Einwohner. Die EU stellt eine eigenständige Rechtspersönlichkeit[6] dar und hat daher Einsichts- und Rederecht bei den Vereinten Nationen.[7]

Die verbreitetsten Sprachen in der EU sind Englisch, Deutsch und Französisch. 2012 wurde die Europäische Union mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.[8]

Das politische System der EU, das sich im Zuge der europäischen Integration herausgebildet hat, basiert auf dem Vertrag über die Europäische Union und dem Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union. Es enthält sowohl überstaatliche als auch zwischenstaatliche Elemente. Während im Europäischen Rat und im Rat der Europäischen Union die einzelnen Staaten mit ihren Regierungen vertreten sind, repräsentiert das Europäische Parlament bei der Rechtsetzung der EU unmittelbar die Unionsbürger. Die Europäische Kommission als Exekutivorgan und der EU-Gerichtshof als Rechtsprechungsinstanz sind ebenfalls überstaatliche Einrichtungen.

Die Anfänge der EU gehen auf die 1950er-Jahre zurück, als zunächst sechs Staaten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gründeten. Eine gezielte wirtschaftliche Verflechtung sollte militärische Konflikte für die Zukunft verhindern und durch den größeren Markt das Wirtschaftswachstum beschleunigen und damit den Wohlstand der Bürger steigern. Im Lauf der folgenden Jahrzehnte traten in mehreren Erweiterungsrunden weitere Staaten den Gemeinschaften (EG) bei. Ab 1985 wurden mit dem Schengener Übereinkommen die Binnengrenzen zwischen den Mitgliedstaaten geöffnet. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs beziehungsweise der Auflösung des Ostblocks 1989 änderte sich die geopolitische Lage in Europa grundlegend, womit sich Möglichkeiten zur Integration und zu Erweiterungen im Osten ergaben.

Mit dem Vertrag von Maastricht wurde 1992 die Europäische Union gegründet, die damit Zuständigkeiten in nichtwirtschaftlichen Politikbereichen bekam. In mehreren Reformverträgen, zuletzt im Vertrag von Lissabon, wurden die überstaatlichen Zuständigkeiten der EU ausgebaut und die demokratische Verankerung der politischen Entscheidungsprozesse auf Unionsebene nachgebessert, vor allem durch nochmalige Stärkung der Stellung des Europäischen Parlaments. Eine europäische Öffentlichkeit und Identität als Voraussetzung einer supranationalen Volkssouveränität bildet sich indes erst allmählich und nicht ohne Gegenströmungen heraus. Seit den 1980er-Jahren erhielt die EU mehr Kompetenzen und gewann an Bedeutung. Es wurde über die Verfasstheit der EU debattiert; dabei wurden auch EU-Skepsis geäußert. Im Vertrag von Lissabon wurden 2007 auch Austrittsszenarien geregelt.


Die sechs Gründungsmitglieder der EGKS im Jahr 1951 (Algerien gehörte noch zu Frankreich)
Saal und Konferenzort, in dem 1957 die Römischen Verträge unterzeichnet wurden
Der Vertrag von Maastricht im Jahr 1992 gründet die Europäische Union. (Ort der Unterzeichnung)
Die Einführung des Euro als standardmäßige Währung im Jahr 1999, seit 2015 umfasst die Eurozone 19 Mitgliedstaaten.
Die Unterzeichner des Vertrags von Lissabon im Jahr 2007
Feierlichkeiten nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU im Jahr 2012
Die Urkunde des Friedensnobelpreises
Die Küstenlinie der EU beträgt im Ganzen 67.770,9 km.
Der Mont Blanc ist mit 4.810 m der höchste Berg in der EU
Entwicklung von 1952 bis 2020
ÖsterreichBelgienBulgarienRepublik ZypernTschechienDeutschlandDänemarkDänemarkEstlandSpanienFinnlandFrankreichFrankreichGriechenlandGriechenlandUngarnIrlandItalienItalienItalienLitauenLuxemburgLettlandNiederlandePolenPortugalRumänienSchwedenSlowenienSlowakeiIslandMontenegroNordmazedonienKroatienTürkeiTürkeiMaltaSerbienAlbanienKanarische Inseln (Spanien)Azoren (Portugal)Madeira (Portugal)Französisch-Guayana (Frankreich)Guadeloupe (Frankreich)Réunion (Frankreich)Martinique (Frankreich)Mayotte (Frankreich)
Mitgliedstaaten (blau) und Beitrittskandidaten (gelb) der EU (anklickbare Karte)
Karte des räumlichen Geltungsbereichs der EU-Verträge nach Art. 355 AEUV mit den assoziierten Gebieten sowie den EU-Gebieten in äußerster Randlage
  • EU
  • Beitrittskandidaten
  • Potenzielle Beitrittskandidaten
  • Europäische Zwergstaaten mit besonderem EU-Rechtsstatus
    Präsident des Europäischen Rates
    Charles Michel
    Parlamentspräsidentin
    Roberta Metsola
    Sitzverteilung der Fraktionen im EU-Parlament (Stand 20. Februar 2022[61])
    38
    144
    71
    103
    176
    63
    64
    45
    38 144 71 103 176 63 64 45 
    Insgesamt 704 Sitze
    Kommissionspräsidentin
    Ursula von der Leyen
    Präsidentin der Europäischen Zentralbank
    Christine Lagarde
    Sitz des EWSA ist Brüssel
    Gemeinsames Reisepass-Design der EU-Mitglieder
    Reisepass at.jpg
    Reisepass 2017.jpg
    Passaportoitaliano2006.jpg
    Nederlanden paspoort 2011.jpg
    Burgunderrot, Name und Wappen des Mitgliedstaates, Titel Europäische Union und Symbol für biometrische Reisepässe
    Ausgabenanteile im MFR 2007–13:
  • Nachhaltiges Wachstum
  • Natürliche Ressourcen
  • Unionsbürgerschaft, Freiheit, Sicherheit, Recht
  • Die EU als globaler Partner
  • Verwaltung
  • Ausgleichszahlungen
  • Herkunft der EU-Einnahmen (2011):
  • traditionelle Eigenmittel: 13 %
  • Mehrwertsteuer-Eigenmittel: 11 %
  • BNE-Eigenmittel: 75 %
  • Sonstige Einnahmen: 1 %
  • Die Europäische Zollunion besteht aus der EU (dunkelblau) und den Partnerstaaten Türkei, Andorra und San Marino (hellblau). Mit den EWR-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen besteht eine Freihandelszone.
    Europäische Währungsunion
    (Stand: 1. Februar 2020)
  • Mitglieder der Eurozone (19)
  • WKM-II-Mitglieder mit Opt-out-Klausel (1: Dänemark)
  • Länder die eine Mitgliedschaft im WKM II beantragt haben
    (2: Bulgarien, Kroatien)
  • Sonstige EU-Mitglieder ohne Opt-out-Klausel (5)
  • Einseitige Verwender des Euros (2: Kosovo, Montenegro)
  • Typischer Hinweis auf EFRE-Unterstützung einer Baumaßnahme
    Hoher Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik Josep Borrell
    Im Rahmen der G7-Treffen ist die EU/EG seit 1977 als Teilnehmer mit einem Beobachterstatus vertreten.
    Mitglieder der EU und weiterer europäischer Organisationen
    Hauptgebäude der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache Frontex.
  • EU
  • Beitrittskandidaten
  • EFTA
  • Östliche Partnerschaft
  • Empfängerländer privilegierter EU-Entwicklungshilfe
    Der Schengen-Raum hat zur Abschaffung von Grenzkontrollen geführt. (offene „Schengen-Grenze“ bei Kufstein, Tirol)
    Der Europol-Hauptsitz in Den Haag
    Der Bologna-Prozess ist darauf angelegt, einen europäischen Hochschulraum zu schaffen.
    Erasmus+, das Dachprogramm der EU für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport
    Eine Europäische Krankenversicherungskarte
    Der Gelbe Frauenschuh ist in der EU durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt.
    Energieeffizienzlabel der EU
    Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden ist Teil der Transeuropäischen Netze
    Firmensitz von Royal Dutch Shell in Den Haag. Größtes Unternehmen der EU gemessen am Umsatz.
  • EU (2015)
  • Top 10 Handelspartner (2015)
  • Top 11–20 Handelspartner (2015)
  • Die Entwicklung des Außenhandelsvolumens der EU (2007–2013)
    Bevölkerungspyramide der EU 2016
    Karte der EU NUTS 2 Gebiete nach Bevölkerungsdichte aus dem Jahr 2014
    Irische Schulkinder. Irland hat mit 16,88 Geburten pro Tausend Einwohnern die höchste Geburtenrate in der EU.
    Die erste Kulturhauptstadt Europas wurde Athen im Jahr 1985
    Flagge der Europäischen Union
    Europahymne
    Gewinn des Ryder Cup im Jahr 2006
    Junge EU-Bürger im Rahmen des Erasmus-Programms in Pavia