Festung Magdeburg


Die Festung Magdeburg gehörte vom Anfang des 18. Jahrhunderts bis 1912 zu den stärksten Festungen Preußens.

Die ersten Befestigungsanlagen Magdeburgs lassen sich für das 13. Jahrhundert nachweisen. Die Stadtmauern verliefen damals um den Bereich der heutigen nördlichen Altstadt zwischen Krökentor und Otto-von-Guericke-Straße sowie unmittelbar südlich des Domes. Dort befand sich unter anderem der Fronereiturm. Überreste sind im Bereich Wallonerkirche – Tränsberg erhalten. Durch die Entwicklung von Feuerwaffen konnten die bisherigen Festungsanlagen feindlichen Angriffen nicht mehr standhalten. In Magdeburg fanden deshalb zwischen 1450 und 1550 umfangreiche Um- und Erweiterungsarbeiten an der Stadtbefestigung statt. Dazu gehörten unter anderem der Neubau von Mauerabschnitten sowie die Errichtung einer zweiten Stadtmauer und eines neuen Grabens, die erstmalige Befestigung der Elbfront und der Bau neuer Stadttore mit Geschütztürmen. Außerdem wurden die Festungsanlagen auch auf das östliche Elbufer ausgedehnt. Die so verstärkte Befestigungsanlage bewährte sich bei der vergeblichen Belagerung 1550/51 anlässlich der Vollstreckung der Reichsacht im Zusammenhang mit der Einführung der lutherischen Reformation. Auch der Belagerung von 1629 während des Dreißigjährigen Krieges hielt die Magdeburger Festung stand. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde die Befestigung unter der Leitung des schwedischen Oberst Dietrich von Falkenberg von 40 auf bis zu 150 Meter Tiefe ausgebaut. Vor den Toren wurden Schanzen und Hornwerke errichtet. Da jedoch der Ausbau der Südfront vernachlässigt wurde, gelang es 1631 den kaiserlichen Truppen an dieser Stelle die Stadt einzunehmen. Die Festungsanlagen wurden auf Befehl des Generals Pappenheim geschleift.

Bis zum Ende des Krieges wurden die Geschicke Magdeburgs vom Erzstift Magdeburg geleitet, anschließend kam die Stadt unter die Herrschaft Brandenburg-Preußens. Kurfürst Friedrich Wilhelm gab 1666 den Befehl zur Instandsetzung der Festungsanlagen. Begonnen wurde zunächst mit der Verstärkung der Elbfront, mit der die Bastion Cleve entstand. Vor dem Stadtgraben wurde eine Brustwehr errichtet, und auf der Elbinsel Werder wurde eine etwa 800 m² große Zitadelle Magdeburg erbaut. 1702 begann eine zweite Ausbauphase, die unter der Leitung des Magdeburger Gouverneurs Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau stand. Bis 1713 entstand ein Gürtel von elf Bastionen. In einem dritten Bauabschnitt unter den Festungsbaumeistern Hans Martin von Bosse und Gerhard Cornelius von Walrave entstanden weitere elf Bastionen sowie die Turmschanze und das Fort Berge. Um 1740 waren die Festungswerke der Nordfront 400 Meter, der Westfront 600 Meter und der Südfront zwischen 300 und 600 Meter tief gestaffelt. Die gesamte Verteidigungsanlage umfasste eine Fläche von 200 Hektar, denen 120 Hektar Stadtfläche gegenüberstanden.


Fortgürtel um Magdeburg
Rayonhaus in der Steinigstraße