Flagge Sachsens


Die Flagge Sachsens besteht aus einer waagerecht geteilten weiß-grünen Bikolore. Sie geht auf das Jahr 1815 zurück und wurde am 3. Oktober 1990 mit der Neugründung des Freistaates Sachsen wieder eingeführt. Die Dienstflagge des Bundeslandes, die von staatlichen Stellen geführt wird, trägt zusätzlich das Wappen Sachsens.

Der Sächsische Landtag führt eine eigene Variante der Landesflagge mit aufgelegtem Landeswappen in barocker Formengebung, wie es als Dienstwappen des Landtages Verwendung findet.[2]

Die Hausfarben des alten sächsischen bzw. markmeißnischen Herrschergeschlechts der Wettiner waren ursprünglich Gelb und Blau. Die Farben finden sich auch im Motiv der Landsberger Pfähle als Wappen der Markgrafschaft Landsberg, dem eigentlichen Stammland der Wettiner. Es hat Eingang in viele Städtewappen des heutigen Sachsens gefunden (Leipzig, Chemnitz, Delitzsch etc.). Seit Mitte des 13. Jahrhunderts setzte sich der schwarze Meißner Löwe auf goldenem Grund als wettinisches Herrschaftszeichen durch. Fahnen im heutigen Sinne existierten damals noch nicht, wenn überhaupt wurde das Wappen als sogenanntes Wappenbanner geführt.

Mit Erlangung der sächsischen Kurwürde 1423 ersetzte das sächsische Wappen als vorrangiges Herrschaftszeichen den Meißner Löwen, häufig in Kombination mit den Kurschwertern der Reichsrennfahne zur Versinnbildlichung des Erzmarschallamtes. Aus dem sächsischen Wappenschild leiteten sich wiederum wie so häufig die bis 1815 vorrangig geführten schwarz-gelben Farben des Kurfürstentums Sachsen ab. Auch in Preußen (schwarz und weiß) oder Bayern (weiß und blau) haben die Flaggenfarben im Wappen ihren Ursprung. Wenngleich sich die heute bei Flaggen meist anzutreffenden Bi- oder Trikoloren erst Ende des 18. Jahrhunderts durchsetzten, als sich die Bedeutung von Flaggen von einem reinen Herrschaftszeichen des Monarchen allmählich hin zu einem Erkennungszeichen des Staates selbst wandelten.

Nach den Befreiungskriegen, die das Königreich Sachsen an der Seite des mit Frankreich verbündeten Rheinbunds verlor, und dem Wiener Kongress 1815 wurden Weiß und Grün zu den Landesfarben. So demonstrierte der Wechsel nach den verlustreichen Schlachten in den Befreiungskriegen auch äußerlich einen Neubeginn. Die später aus den sächsischen Gebietsabtretungen (inklusive des Kurkreises) entstandene preußische Provinz Sachsen griff auf das sächsische Wappen und die Farben Schwarz-Gelb zurück. Das Land Sachsen-Anhalt nutzt bis heute eine schwarz-gelbe Bikolore.


Landesflagge Sachsens
Flagge Sachsens vor 1815
Flagge Sachsens 1815–1918
Flagge Sachsens nach 1918