Franken (Region)


Franken (auch Frankenland genannt) ist eine Region in Deutschland. Sie zeichnet sich durch kulturelle und sprachliche Eigenheiten aus und kann in etwa mit dem Gebiet gleichgesetzt werden, in dem ostfränkische Dialekte (umgangssprachlich Fränkisch)[1] vorherrschen. Zu Franken gehören demnach im Wesentlichen die Bezirke Oberfranken, Unterfranken und Mittelfranken in Bayern, der nordöstliche Bereich der Region Heilbronn-Franken, Tauberfranken und Hohenlohe-Franken in Baden-Württemberg sowie Südthüringen und kleinere Teile Hessens. Eine offiziell festgelegte räumliche Eingrenzung Frankens gibt es nicht.

Der Begriff Franken bezeichnet ebenso die Volksgruppe, die in dieser Region lebt. Sie ist vom germanischen Volksstamm der Franken zu unterscheiden – die Region war historisch lediglich dessen östlichstes Siedlungsgebiet. Archäologisch ist im 6. und 7. Jahrhundert eine starke Frankisierung des vorher vorwiegend alamannisch-elbgermanisch und in Oberfranken teilweise slawisch besiedelten Gebiets festzustellen.[2][3] Spätestens seit dem 9. Jahrhundert als Francia Orientalis (Ostfranken) bekannt,[4] bildete das Gebiet im Hochmittelalter den Ostteil des fränkischen Stammesherzogtums und seit 1500 den Fränkischen Reichskreis.[5] Im Zuge der Neugliederung der süddeutschen Staaten durch Napoleon nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches wurde der größte Teil Frankens Bayern zugesprochen.[6]

Franken (hier von lateinisch Francia orientalis, Ostfranken) ist aus der Dativ-Plural-Form von Franke, einem Angehörigen des germanischen Stamms der Franken, hervorgegangen.[7][8] Die wissenschaftliche Namenkunde folgt weitgehend dem Nachschlagewerk des frühmittelalterlichen Gelehrten Isidor von Sevilla (um 560–636) und führt den Frankennamen auf eine indogermanische Wurzel *(s)p(h)ereg- (zu deutsch ‚gierig, heftig‘) zurück. Diese Silbe kommt vor im mittelniederländischen vrac ‚gierig‘ und altnorwegischen frakkr ‚schnell, mutig‘ und bedeutet so viel wie ‚frech, tapfer, mutig‘. Die Franken waren demnach die Frechen, Mutigen, Kühnen.[9] Seit dem 9. Jahrhundert bezog sich der geographische Name nicht mehr auf das gesamte Frankenreich, sondern immer mehr auf das Gebiet „Ostfranken“ entlang des Mains, an dem der Name schließlich haften blieb.[10]

Die Bedeutung frank im Sinne von ‚frei‘ ist dagegen keine ursprüngliche Bezeichnung für die Franken, sondern entstand zur Zeit der Merowinger im romanisierten Herrschaftsgebiet der Franken. Erst im 15. Jahrhundert wurde die deutsche Bedeutung frei aus dem Französischen entlehnt.[11][12]


Der Fränkische Rechen, das Wappen Frankens
Das heutige Franken mit Sprachregionen
Karte von Franken, 1642
Blick über die winterliche Altstadt Nürnbergs, vorne links das Dach der Frauenkirche sowie des Alten Rathauses, mittig die Kirche St. Sebald, dahinter die Kuppel des Opernhauses, links davon St. Lorenz, die Kuppel des Hauptbahnhofs und der Frauentorturm, rechts der Weiße Turm, die Kuppel der Elisabethkirche und der Spittlertorturm sowie am Rand in Umrissen der Fernsehturm.
Blick von der Festung Marienberg über Würzburg
Links die Obere Pfarre, mittig der Dom und die Neue Residenz, rechts davon das Kloster Michelsberg sowie das Alte Rathaus in Bamberg
Hofer Altstadt mit der Marienkirche am Abend
Der Fränkische Rechen kann ein möglicher Anhaltspunkt für eine Zugehörigkeit zu Franken sein.
Hier: Sakristei der Meininger Stadtkirche im Süden Thüringens, links ist der Fränkische Rechen zu sehen
Die Region Heilbronn-Franken in Baden-Württemberg
Die bayerischen Regierungsbezirke Unter-, Mittel- und Oberfranken
Großer Brombachsee, Blick über Ramsberg nach Osten Richtung Staudamm
Die Ehrenbürg zwischen Forchheim und Ebermannstadt aus der Vogelperspektive
Aufgeschlossenes kupfererzführendes Spessartkristallin in Sommerkahl bei Aschaffenburg
Feinsand-, Silt- und Tonsteine des Buntsandsteins (Untere Trias) in der Seltenbachschlucht im Spessart
Turmartiger Felsen aus Oberjura-Riffkalkstein in Tüchersfeld, nördliche Frankenalb (Fränkische Schweiz)
Schädel und vordere Halswirbelsäule von Plateosaurus engelhardti, wahrscheinlich die Kopie eines Skeletts aus Ellingen
Das sogenannte Londoner Exemplar von Archaeopteryx (hier eine Kopie) stammt aus dem Steinbruch Langenaltheim, westlich von Solnhofen.
Auf dem Staffelberg errichteten die Kelten die mächtige Festung Menosgada
1990 fertiggestellter Nachbau der Porta decumana der Biriciana, Blick über die Lagerringstraße
Fränkisches Kriegergrab aus dem frühmittelalterlichen Gräberfeld von Westheim
Herzogtum Franken um 800
Franken zur Regierungszeit Friedrichs II. um etwa 1250; gelb: Reichs- und Staufisches Gebiet
Der Fränkische Reichskreis 1789
Ausdehnung der Aufstände im Bauernkrieg
Ausschnitt aus Wallensteins Lager um Zirndorf und die Alte Veste
Zerstörungen in Nürnberg 1945 (Egidienplatz)
Das zerstörte Heilbronn 1945
Das Nürnberger Pellerhaus von 1605 galt bis zur Zerstörung seiner Fassade 1945 als eines der bedeutendsten Bauwerke der Renaissance.
Die Gebietsreform in Bayern am Beispiel des fränkischen Landkreises Ansbach
Allegorie Frankens – Skulptur von Balthasar Schmitt an der Luitpoldbrücke in München
Verbreitung der Ostfränkischen Dialekte mit Übergangszonen
Frankenwein wird traditionell in Bocksbeuteln abgefüllt
Riesenrad auf der Fürther Freiheit
Zuschauerraum des Landestheater Coburg
Central-Kino in Hof
Erlanger Schloss: Sitz der Universitätsleitung der FAU
Max-Morlock-Stadion in Nürnberg
Willy-Sachs-Stadion in Schweinfurt
Brose Arena in Bamberg
Klassizistische Neustadt in Hof
Überreste der Zeppelinhaupttribüne in Nürnberg
Der Bildstock Altmühlkreuz nahe Gunzenhausen
Der fränkische Rechen innerhalb des Wappens des Königreichs Bayern repräsentierte die fränkischen Gebiete. Daneben sind auch der Pfälzer Löwe (Pfalz), ein blauer Löwe mit goldener Krone (Rheinpfalz), ein goldener Pfahl auf weiß und rot gestreiftem Grund (Schwaben) und die Bayerischen Rauten (Bayern) zu sehen.
Die Fränkische Flagge mit mittigem Fränkischen Rechen
Eine herausragende bildliche Darstellung der Franconia befindet sich auf dem 1894 erbauten Frankoniabrunnen vor der Würzburger Residenz. In der linken Hand hält sie ein Rennfähnlein.
Blick auf den rechtsmainischen Teil des Schweinfurter Industriegebiets
Der Mittelstand ist eine wichtige Stütze der fränkischen Wirtschaft (Faber-Castell in Stein bei Nürnberg)
1903 integrierte Fichtel & Sachs Fahrradfreilauf und Rücktrittbremse zur Torpedo-Freilaufnabe
Eine der bekanntesten Touristenattraktionen Frankens ist Rothenburg ob der Tauber
Schloss Langenburg (Baden-Württemberg) liegt an der Burgenstraße
Verkehrsdrehscheibe Nürnberg Hauptbahnhof
Die U-Bahn bildet das Rückgrat des ÖPNV in Nürnberg