Fremdfinanzierung


Fremdfinanzierung bezeichnet in der Betriebswirtschaftslehre Finanzierungsmaßnahmen im Rahmen der Unternehmensfinanzierung, bei denen einem Unternehmen zusätzliches Fremdkapital zur Verfügung gestellt wird. Gegensatz ist die Eigenfinanzierung.

Eigen- und Fremdfinanzierung stellen die Gesamtfinanzierung von Unternehmen und sonstigen juristischen Personen (etwa Gebietskörperschaften) dar. Sie geben Auskunft über die Herkunft der Finanzierungsmittel, die bei Eigenfinanzierung von den Gesellschaftern oder aus dem eigenen Unternehmen stammen (Gewinnthesaurierung und Abschreibungen) und bei Fremdfinanzierung von Gläubigern oder aus dem eigenen Unternehmen (Bildung von Rückstellungen). Liegt die Finanzierungsquelle im eigenen Unternehmen, spricht man von Innenfinanzierung, ansonsten handelt es sich um Außenfinanzierung. Die Grenze der Fremdfinanzierung liegt in der Aufrechterhaltung der Liquidität,[1] weil der Schuldendienst (Kreditzins und Tilgung) für die bestehende Fremdfinanzierung als Ausgaben die Liquidität belastet. Die Fremdfinanzierung wird in der Bilanz im Fremdkapital verbucht.

Im Rahmen der Innenfinanzierung kann Fremdfinanzierung nur durch die Bildung von Rückstellungen vorgenommen werden. Sie werden aus Gewinnen gebildet, die – ganz oder teilweise – den Rückstellungen zugeführt werden. Da Rückstellungen zum Fremdkapital gehören, ist ihre Erhöhung eine Form der Fremdfinanzierung. Hauptquelle der Fremdfinanzierung stellt jedoch die Außenfinanzierung dar, bei der die Finanzierungsquellen außerhalb des Unternehmens liegen. Zu den Finanzierungsinstrumenten gehören hierbei alle von Gläubigern stammenden Mittel, insbesondere Lieferantenkredite (Lieferanten), Kundenkredite (Kunden), Bankkredite (Kreditinstitute) oder öffentlich-rechtliche Verbindlichkeiten wie Steuerschulden (Fiskus). Nach der (Rest-)Laufzeit unterscheidet man kurzfristige (Laufzeit < 1 Jahr), mittelfristige (1 bis 5 Jahre) und langfristige (> 5 Jahre) Fremdfinanzierung.

Die Abgrenzung zwischen Fremd- und Eigenfinanzierung fällt nicht immer leicht. Besteht auch nur die geringste Rückzahlungsmöglichkeit, dann gehört die entsprechende Bilanzposition zur Fremdfinanzierung. Deshalb bilden alle Arten von Rückstellungen (auch Pensionsrückstellungen) einen Teil des Fremdkapitals, da mindestens eine 50%ige Rückzahlungswahrscheinlichkeit vorhanden ist. Eine erfolgsunabhängige Verzinsung spricht ebenfalls für Fremdkapital. Hybride Eigenkapitalformen bilden eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital[2] und werden daher auch Mezzanine-Kapital genannt.


Finanzierung – Stellung der Fremdfinanzierung