Friedrich-Schiller-Universität Jena


Die Friedrich-Schiller-Universität Jena (lateinisch „Alma Mater Jenensis“, gelegentlich auch „Salana“; 1921–1934 „Thüringische Landesuniversität“, davor „Sächsische Gesamtuniversität“) war im Wintersemester 2021/2022 mit 17.917 Studenten,[4] ca. 400 Professuren, mehr als 9.000 Mitarbeitern und rund 200 Studienfächern die größte Hochschule und die einzige Volluniversität im Freistaat Thüringen.[5] Unter den Studienmöglichkeiten befinden sich auch viele sogenannte kleine Fächer wie Kaukasiologie, Rumänistik, Wissenschaftsgeschichte und Indogermanistik.

Sie gehört zu den traditionsreichsten und ältesten Universitäten Deutschlands und ist ein Mitglied der Coimbra-Gruppe.[6] Persönlichkeiten wie Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe wirkten in Jena und trugen zum guten Ruf der Universität bei. Im Bereich der Optik machten Ernst Abbe, Carl Zeiß und Otto Schott die Universität weltweit bekannt.[2] Zum 450-jährigen Bestehen der Universität erhielt Jena den Titel Stadt der Wissenschaft 2008.[7]

Im Rahmen der Exzellenzinitiative 2007 ist die Graduiertenschule „Jena School for Microbiological Communication“ gefördert worden. Im Jahr 2018 konnte die Universität mit dem Forschungscluster „Balance of the Microverse“ erneut zusätzliche Förderungen im Rahmen der Exzellenzinitiative erwerben.[8]

Der heutige wissenschaftliche Lehrbetrieb ist in folgenden Fakultäten organisiert (alphabetisch geordnet):

Das Jahr 1558 gilt als Gründungsjahr der Universität, die damals Salana bzw. Collegium Jenense genannt wurde.[13] Schon 1547 hatte der Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, der sich in der Haft von Kaiser Karl V. befand, den Plan entwickelt, eine Universität aufzubauen, nachdem ihm die Kurwürde genommen worden und damit auch die Universität Wittenberg an den bisherigen Herzog von Sachsen, Moritz von Sachsen, verloren gegangen war. Dieser Plan wurde von seinen drei Söhnen ausgeführt, die am 19. März 1548 in dem Weinbauernstädtchen Jena im ehemaligen Dominikanerkloster eine „Höhere Landesschule“ (Paedagogium provinciale) gründeten. In der Stiftungsurkunde des römisch-deutschen Königs und späteren Kaisers Ferdinand I. wurden ihr am 15. August 1557 die Rechte einer Universität verliehen, die mit ihrer feierlichen Eröffnung am 2. Februar 1558 in Anwesenheit des regierenden Herzogs Johann Friedrich auch ihren Lehrbetrieb aufnahm.[14] Mit der Existenz einer eigenen Universität sollte die Ausbildung von Juristen, Lehrern und besonders Geistlichen Augsburgischen Bekenntnisses in eigener, ernestinischer Hand sichergestellt werden.

Im späten 16. Jahrhundert war die Universität während der theologischen Lehrstreitigkeiten unter den Reformatoren Mittelpunkt der lutherischen Orthodoxie mit dessen streitbarem Repräsentanten und Professor Matthias Flacius.


Der heutige Namensgeber Friedrich Schiller
Die Universität Jena, alias Salana um 1600
Fuchsenankunft in Jena um 1770
Urburschenschaftsdenkmal
Universitätshauptgebäude
Neu gebaute Mensa am Ernst-Abbe-Platz; im Hintergrund der Bau 59 und das ehemalige Universitätshochhaus – jetzt Jentower
20 Pf-Briefmarke der DDR-Post 1958 (Universitätshauptgebäude)
Ehemaliges Accouchierhaus in der Jenergasse Nr. 8
Die Universität Jena auf einem Notgeldschein aus Jena, von 1921.