Friedrich Ludwig Jahn


Johann Friedrich Ludwig Christoph Jahn, bekannt als Turnvater Jahn (* 11. August 1778 in Lanz (Prignitz); † 15. Oktober 1852 in Freyburg (Unstrut)), war ein deutscher Pädagoge, nationalistischer Publizist und Politiker. Er initiierte die deutsche Turnbewegung, die mit der frühen Nationalbewegung verknüpft war, um die deutsche Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung vorzubereiten. Aus dem von ihm begründeten Turnen ging u. a. die heutige Sportart Gerätturnen hervor. Zahlreiche Turngeräte wie beispielsweise das Reck und der Barren wurden von ihm eingeführt. 1848 wurde Jahn Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung. Jahn war einer der Ideengeber für die Gründung der Urburschenschaft.[1][2]

Friedrich Ludwig Jahn, Sohn des evangelischen Pfarrers Alexander Friedrich Jahn (1742–1811) und dessen Frau, der Pfarrerstochter Dorothea Sofia, geb. Schultze (* 1751), wurde zuerst vom Vater unterrichtet. 1791 besuchte er das Gymnasium in Salzwedel (Altmark), das 1931 nach ihm benannt wurde (Jahngymnasium Salzwedel), ab 1794 das Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, das er zwei Jahre später ohne Abschluss verließ.

Ohne das Abitur immatrikulierte er sich 1796 an der Universität Halle zum Theologie-Studium. Häufig verbarg sich Jahn um 1800 in Halle in einer Höhle in einem Felsen an der Saale, heute als Jahnhöhle bekannt. Jahn trat für die Reinheit der deutschen Sprache ein und verfasste die Schrift Patriotismus in Preußen, daraufhin musste er Halle verlassen und ging nach Breslau. 1800 wurde ihm in Leipzig der Prozess gemacht und ein Verbot für alle deutschen Universitäten ausgesprochen. Von Juli 1801 bis Januar 1802 hielt er sich ohne Immatrikulation an der Brandenburgischen Universität Frankfurt auf.

Insgesamt verbrachte Jahn sieben Jahre an verschiedenen Universitäten, darunter der Universität Greifswald, wo er 1802 Ernst Moritz Arndt begegnete und wo die vaterländische Idee des „Vereinigten Deutschland“ entstand. Nach einigen Jahren als Hauslehrer in Mecklenburg setzte Jahn, der sich inzwischen intensiv mit deutscher Sprache und Geschichte befasste, von 1805 bis 1806 sein Studium an der Universität Göttingen fort.[3] In dieser Zeit verlobte er sich mit Helene Kollhof, die er 1814 heiratete. Das Paar hatte drei Kinder.[4] Jahn gehörte dem Studentenorden der Unitisten an.[5]


Friedrich Ludwig Jahn – Lithographie von Georg Engelbach – etwa 1852
Gedenktafel am Wohnhaus in Salzwedel
Denkmal in Jahns Geburtsort Lanz
Jahn-Denkmal in Neubrandenburg (Mecklenburg)
Widmungen am Jahndenkmal in der Berliner Hasenheide
Jahnstein an der Travemünder Allee zur Erinnerung an den ersten Sportplatz in Lübeck
Jahn-Denkmal auf den Jahnklippen bei Scharzfeld
Jahn-Denkmal in Senftenberg
Denkmal auf dem Leopoldsberg in Wien von Georg Leisek (1928)
Jahndenkmal an der Erinnerungsturnhalle in Freyburg (Unstrut), erbaut 1894
Turnerkreuz (FFFF) am Giebel eines Sportlerheims in Eisenberg
5-Mark-Gedenkmünze der DDR zum 125. Todestag (1977)
Gedenkbriefmarke der Deutschen Post der DDR zum 200. Geburtstag