Fuchs (Studentenverbindung)


Ein Fuchs (teilweise auch Fux) ist ein neues Mitglied einer Studentenverbindung, das für ein oder mehrere Semester eine Probezeit absolviert, bevor es als Bursche oder Dame vollberechtigtes Mitglied der Verbindung wird.

Noch bis weit in das 19. Jahrhundert hinein bezeichnete Fuchs in der allgemeinen Studentensprache einen Studenten in den ersten Semestern, vollkommen unabhängig von der Zugehörigkeit zu studentischen Zusammenschlüssen. Später wurden die alten, aus dem 18. Jahrhundert überlieferten studentischen Traditionen nur noch in den Studentenverbindungen weitergeführt, und der Ausdruck Fuchs wurde auf die Bedeutung „junges Nachwuchsmitglied von Studentenverbindungen“ eingeengt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bürgerte sich bei einigen spät gegründeten Verbindungen die Schreibweise „Fux“ ein. Bei einigen Corps an bestimmten Hochschulorten wurden oder werden die Neumitglieder als Renoncen bezeichnet.

Im Rahmen des seit dem Mittelalter belegten universitären Initiationsrituals der Deposition gab es bereits Konzepte, die die neu an die Universität kommenden Studenten mit Tieren verglichen. Hier wurden sie als pecus campi (deutsch: „Vieh des Feldes“) bezeichnet und für das Ritual mit Zähnen, Hörnern und Fellen ausstaffiert, die ihnen dann mit überdimensionierten Werkzeugen entfernt wurden. Auf eine spezielle Tierspezies wurde dabei nicht Bezug genommen.

Durch das Ritual und die daraufhin vorgenommene Immatrikulation verlor der junge Student jedoch seine tierische Identität und wurde in die Gesellschaft der Studenten aufgenommen, auch wenn er danach im Rahmen des weitverbreiteten Pennalismus noch weitere Schikanen über sich ergehen lassen musste.

Die Bezeichnung „Fuchs“ ist in frühen studentengeschichtlichen Quellen seit dem 18. Jahrhundert belegt, hier auch in der lateinischen Fassung vulpes (deutsch: „Fuchs“), was eine etymologische Herleitung aus der Bezeichnung für das hundeartige Raubtier Fuchs nahelegt.


„Und sitzt als ‚Fuchs‘ im Kneiplokal, …“ Studentensprache wörtlich genommen, Postkarte von 1903
Fotografie von Füchsen der Leonensia (1883)
Fuchsenankunft in Jena um 1770 unter dem Spott der bereits wartenden Studenten: „das sind lauter fuchße“, „man hat euch schon von weiten gerochen“, „ich glaub die kerl haben vor angst die hosen voll“, „es stinckt auch nach lauter fuchsdreck“
Hoch leben die Füchse und die Jungfrauen!
„Fuchsentaufe“ auf der Rudelsburg (1885)
Füchse des Corps Nassovia Würzburg (1896)
„O selig, ein Fuchs noch zu sein…“, Couleurkarte vor 1899
Aufnahme ins Corps (Christian Wilhelm Allers, 1902)
Fuchsmajor und Füchse des Corps Masovia (1926)