Gauselmann-Gruppe


Die Gauselmann-Gruppe ist eine familiengeführte, international agierende Unternehmensgruppe der Unterhaltungs- und Freizeitwirtschaft, die 1957 von Paul Gauselmann gegründet wurde. Die Dachmarke der Gauselmann-Gruppe ist Merkur. Das in Espelkamp und Lübbecke (Kreis Minden-Lübbecke) beheimatete Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Unterhaltungsspielgeräte mit und ohne Gewinnmöglichkeit sowie Geldmanagementsysteme, betreibt eine Spielhallenkette und ist darüber hinaus in den Bereichen Sportwette, Online-Gaming, Financial Services und Spielbanken tätig.

Die Unternehmensgruppe ist seit 2016 eine Familienstiftung der vormaligen Inhaberfamilie Gauselmann.[3] Gründer und Sprecher der Unternehmensgruppe ist der 1934 geborene Paul Gauselmann, der auch Vorstandssprecher der Aktiengesellschaft ist. Der Markenname, unter dem mehrere Unternehmen der Gauselmann-Gruppe auftreten, ist Merkur. Er wurde erstmals 1977 für den Spieleautomaten Merkur B verwendet.[4]

Die Gauselmann-Gruppe ist (Stand 31. Dezember 2020) an 212 Unternehmen beteiligt,[1] davon sind 46 wesentlich operativ.[5] Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen der Gauselmann-Gruppe hat den Firmensitz in Deutschland.[1]

Das gesamte Geschäftsvolumen der verschiedenen Unternehmensbereiche lag im Geschäftsjahr 2020 nach einer vorübergehenden, coronabedingten Schließung im Lockdown bei 1,83 Mrd. Euro,[2] rund 770 Mio. EUR weniger als noch im Vorjahr.[6] Die Gauselmann-Gruppe hat einen Exportanteil von rund 60 %.[7] Am Ende des Geschäftsjahres 2019 waren weltweit rund 14.000 Mitarbeiter bei der Gauselmann-Gruppe beschäftigt, darunter 250 Auszubildende, dual Studierende und Praktikanten.[6] Zum 31. Dezember 2020 betrug die Zahl der Mitarbeiter 13.029.[8]

Die Gauselmann-Gruppe ist an Spielbanken in Deutschland beteiligt[9][10] und betreibt des Weiteren Spielbanken auf Kreuzfahrtschiffen.[10] Darüber hinaus vermarktet und betreibt die Gauselmann-Gruppe auch Online-Casino-Lösungen, Online-Spiele und Sportwetten unter dem Dach der adp Gauselmann GmbH.[6]

Der Fernmelderevisor Paul Gauselmann begann seine Karriere im Spielautomatengeschäft 1956, als er kurzzeitig bei einem Spielautomatenimporteur in Coesfeld zu arbeiten begann. In seiner Freizeit entwickelte er einen Fernwähler für Musikboxen, was ihm rasch zu einer Anstellung in der Entwicklungsabteilung der Firma Harting in Espelkamp verhalf. Dort konstruierte Gauselmann elektronische Musik- und Zigarettenautomaten und wurde 1960 Abteilungsleiter der Entwicklungsabteilung für Automaten.[11]


Gebäude der Firma Gauselmann in Lübbecke
Merkur-Spielothek in Mannheim
Der Merkur B ist das erste selbstentwickelte Geldspielgerät von Paul Gauselmann, das 1977 auf den Markt kam. Den Namen Merkur wählte er, da 1977 das Jahr des Merkurs war, dem Gott der Händler und Kaufleute.