Geschichte Mailands


Die Geschichte Mailands geht bis in die Antike zurück. Das antike Mediolanum war die wichtigste Stadt in Gallia Transpadana. Livius schreibt ihre Gründung den Insubrern unter Bellovesus nach ihrer Niederlage gegen die Etrusker zur Zeit von Lucius Tarquinius Priscus zu. Der Name der Stadt ist keltischen Ursprungs. Die Römer besiegten die Insubrier 225–222 v. Chr. und stürmten Mediolanum selbst im folgenden Jahr. Seine Einwohner rebellierten rund 20 Jahre später während des Zweiten Punischen Kriegs, wurden aber besiegt und schließlich 196 v. Chr. vollständig unterworfen.

Sie erwarben 89 v. Chr. das latinische Bürgerrecht und 49 v. Chr. vollständige Bürgerrechte, so wie auch die Einwohner der anderen Städte in Gallia Transpadana. Später (aber nicht vor dem 2. Jahrhundert) scheint Mailand eine Colonia geworden zu sein. Zu Strabons Zeiten kam es Verona an Bedeutung gleich, war aber kleiner als Patavium. Erst allmählich wuchs ihre Bedeutung.

Gegen Ende des 3. Jahrhunderts wurde Mediolanum Sitz des Statthalters von Aemilia und Liguria (das zu der Zeit auch Gallia Transpadana umfasste), ab Ende des 4. Jahrhunderts nur der des Statthalters von Liguria, während Aemilia einen eigenen Statthalter bekam. Seit Diokletians Zeit hatten auch der Praefectus praetorio und der Reichsvikar hier ihren Sitz. Mit den Diokletianischen Reichsreformen (286 n. Chr.) wurde Mailand eine der kaiserlichen Residenzstädte des römischen Weltreichs.

Während des 4. Jahrhunderts residierten die Kaiser des Westreiches auch in Mediolanum, bis Honorius Ravenna bevorzugte und 402 mit seinem Hof dorthin umzog. Prokopios von Caesarea nennt die Stadt als nach Rom die wichtigste des Westens und berichtet, dass bei der Einnahme durch die Goten im Jahr 539 die Stadt dem Erdboden gleichgemacht, 300.000 waffenfähige Männer getötet und die Frauen versklavt worden seien. Sie war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, mit Straßen (entsprechend den heutigen Eisenbahnlinien) nach Comum, an den Lacus Verbanus, nach Novaria und Vercellae, nach Ticinum, nach Laus Pompeia und weiter nach Placentia und Cremona sowie nach Bergomum.

Der weltlichen Macht entsprach die unabhängige Stellung, die die Kirche Mailands zur Zeit von Ambrosius – Bischof von Mailand 374–397 – einnahm, der hier 387 Augustinus taufte. Die Macht des Bischofs zeigte sich etwa in dem Bußakt, den er Theodosius I. für das Massaker an den Einwohnern Thessalonikis leisten ließ.


Römisches Fresko der Göttin Ceres, Museo Archeologico Mailand
Ambrosius von Mailand
Mailand 1158
Flagge von Herzog Gian Galeazzo Visconti, ab 1395
Karte und Ansicht Mailands um 1500 (Leonardo da Vinci, Codex Atlanticus, Biblioteca Ambrosiana, Mailand)
Mailand 1621
Mailand in einem Ausschnitt der Italien-Karte von L. A. Bacler d’Albe 1798
Barrikaden in Mailand(März 1848)
Verkehr auf der Piazza del Duomo
um 1900