Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra


Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra ist ein italienischer Spielfilm des Regisseurs Matteo Garrone aus dem Jahr 2008. Der Film setzt sich mit der Camorra in der italienischen Stadt Neapel auseinander und basiert auf der gleichnamigen Vorlage des Autors Roberto Saviano. Premiere feierte der Film bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2008. In den deutschen Kinos startete der Film am 11. September 2008.

Der Film spielt in der italienischen Stadt Neapel und der Region Kampanien, zu der die Provinzen Caserta und Neapel gehören. Das Leben der Menschen wird dominiert durch Macht, Geld und Blut und ist in der festen Hand der Camorra.

Gomorrha besteht aus fünf Handlungssträngen, von denen zwei (Totò und Don Ciro) eng miteinander verwoben sind, während die anderen jeweils unabhängig voneinander sind.

Im sozialen Brennpunkt Scampìa liefern sich die Clans Scissionisti di Secondigliano und Clan Di Lauro eine Fehde. In diesem Umfeld wächst der dreizehnjährige Totò auf, ganz im Bann einer verheißungsvollen Zukunft in der Welt der organisierten Kriminalität. Da sein Vater im Gefängnis sitzt, wird der Lebensunterhalt von Totò und seiner Mutter durch den Clan Di Lauro finanziert: der Clan zahlt ihnen die so genannte mesata, eine Art Rente. Auch Totò entscheidet sich dafür, für den Clan Di Lauro zu arbeiten, während sein bester Freund Simone sich den Scissionisti anschließt. Um nicht zwischen die Fronten dieser Clans zu geraten, müssen die beiden ihre Freundschaft aufkündigen. Totò wird zunächst als Drogenkurier und Wachposten eingesetzt. Um zu beweisen, dass er wirklich für den Clan arbeiten will, soll er Simones Mutter Maria in einen Hinterhalt locken. Vergeblich versucht er, ihre Tötung zumindest aufzuschieben.

Dieser Handlungsstrang thematisiert die so genannte Faida di Scampia, die Fehde zwischen den beiden rivalisierenden Clans. Dargestellt wird dieser Aspekt vor allem an Don Ciro und Maria.

Don Ciro ist ein Buchhalter der Camorra. Er zahlt den Angehörigen toter oder inhaftierter Mitglieder des Familien-Clans Geld zum Lebensunterhalt, die sogenannte semmana, aus und muss in dieser Funktion von Haus zu Haus des Viertels gehen. Nach der Eskalation der Gewalt und der Verschlimmerung der Situation im Viertel werden die Zahlungen knapper und Abtrünnige erhalten kein Geld mehr. Auf Grund der immer schärfer werdenden Rivalität zwischen den Clans gerät auch Don Ciro zwischen die Fronten, er wird überfallen und schließlich Zeuge eines Mordes, so dass er sich zuletzt nur noch mit einer Schutzweste auf die Straße traut und von seinem Boss lieber eine andere Aufgabe bekommen würde. Schließlich verrät Don Ciro nach mehreren Drohungen seinen Clan an die rivalisierende Seite. Als Gegenleistung wird er verschont, als man Mitglieder des Clans Di Lauro hinrichtet.