Großer Tiergarten


Der Große Tiergarten in Berlin ist eine zentral im Ortsteil Tiergarten des Bezirks Mitte gelegene Parkanlage, die sich auf 210 Hektar (2,1 km²) erstreckt. Einige breite Straßen durchschneiden den Park, darunter die Straße des 17. Juni; sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte die Siegessäule steht.

Ein erster Tiergarten wurde schon 1527 an anderer Stelle angelegt, nämlich in der Nähe des Berliner Schlosses, westlich der Berliner Stadtmauer. Das kleine Gebiet wurde seit 1530 nach Westen und Norden hin durch Zukäufe erweitert, bis zu den Grenzen des heutigen Tiergartens und darüber hinaus. Man setzte Wildtiere aus und hinderte sie durch Zäune daran, auf die umliegenden Äcker zu entweichen. Das Gelände diente als Jagdrevier der Kurfürsten von Brandenburg. Als die Stadt Berlin wuchs, wurde das Jagdgebiet nach und nach verkleinert.

In der Regierungszeit Friedrichs I. entstanden Strukturen, die bis heute sichtbar sind. In Verlängerung der Allee Unter den Linden wurde eine breite Schneise durch den Tiergarten geschlagen, als Verbindung zwischen dem Stadtschloss und dem zwischen 1695 und 1699 erbauten Schloss Charlottenburg. Der Große Stern mit acht und der Kurfürstenplatz mit sieben Alleen wurden angelegt. Damit begann die allmähliche Umwandlung des Wildreviers in einen zur Erholung bestimmten Waldpark.

Friedrich der Große schätzte die Jagd nicht. 1742 gab er dem Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff den Auftrag, die Zäune niederreißen zu lassen und den Tiergarten zu einem Lustpark für die Bevölkerung umzugestalten. Er ließ nach dem Geschmack des Barock Blumenbeete, Rabatten und Spaliere in geometrischen Anordnungen pflanzen, Labyrinthe, Wasserbecken und Zierteiche anlegen und Skulpturen aufstellen. Entlang der Alleen entstanden Salons, kleine, mit Hecken oder Bäumen eingefasste Plätze, die mit Sitzgelegenheiten, Brunnen und Vasen gewissermaßen möbliert waren und den Besuchern Ruhe und Schatten boten. Eine Fasanerie wurde eingerichtet – die Keimzelle des Zoologischen Gartens, der 1844 eröffnet wurde. In der Nähe durften zwei Refugiés – Flüchtlinge aus den Hugenottenkriegen oder deren Nachkommen – seit 1745 Zelte aufstellen und den Spaziergängern Erfrischungen verkaufen, woran der Straßenname In den Zelten erinnert. Am 6. März des Revolutionsjahres 1848 wurde hier in einer ersten Versammlung die Abschaffung der staatlichen Zensur gefordert.


Großer Tiergarten, Luftbild, Gesamtansicht
Tiergarten im Jahr 1833
Siegessäule und Tiergarten-Laterne
Gemüsebeet im Großen Tiergarten nahe der Siegessäule, 1945
Landwirtschaftlicher Anbau im baumlosen Tiergarten; im Hintergrund Reichstag, Sowjetisches Ehrenmal und Brandenburger Tor, Juli 1946
Großer Tiergarten in Berlin, Großer Weg, gegenüber der Rousseau-Insel: Baumdank-Denkmal zur Erinnerung an die Baumspenden deutscher Städte nach dem Zweiten Weltkrieg für den Großen Tiergarten.
Neue Partie im Herbst
An der Luiseninsel, im Hintergrund: Denkmal Friedrich Wilhelms III.
Langgraswiese
Pergola im Rosengarten
Denkmal an die Ermordung von Rosa Luxemburg
Rundumblick von der Siegessäule
Unterschleuse des Landwehrkanals in Berlin-Tiergarten.
Skulpturen mit Jagdszenen an der Fasanerieallee
Luisendenkmal im Großen Tiergarten, Großer Weg/Ahornsteig