Gut (Wirtschaftswissenschaft)


Güter (englisch products oder auch goods and services als fester Ausdruck)[1] sind in der Wirtschaftswissenschaft alle materiellen und immateriellen Wirtschaftsobjekte, die der Bedürfnisbefriedigung der Wirtschaftssubjekte dienen.

Die Güterwirtschaft als das Wirtschaften mit Gütern ist eines der wichtigsten Untersuchungsobjekte der Volkswirtschaftslehre. Wirtschaften ist die Disposition „über knappe Güter, soweit sie als Handelsobjekte (=Waren) Gegenstand von Marktprozessen sind (oder zumindest potenziell sein können).“[2] Güter werden auf den Gütermärkten gehandelt, auf denen das Güterangebot der Hersteller und Händler auf die Güternachfrage der Verbraucher trifft. Die Gegenleistung der Nachfrager besteht bei modernen Gütermärkten in Geld, früher bestand sie beim Naturaltausch in anderen Gütern. Diesen Bestandsgrößen stehen im Wirtschaftskreislauf die Stromgrößen der Güterströme und der Geldströme gegenüber, die in der Realwirtschaft bzw. der Finanzwirtschaft fließen.

Im engeren Sinn versteht man Güter als Wirtschaftsgüter; diese werden über ihre Knappheit definiert (deshalb auch knappe Güter genannt): es handelt sich um ein Gut, das nicht zu jeder Zeit und an jedem gewünschten Ort in der gewünschten Qualität und Menge zur Verfügung steht.[4] Wichtige Eigenschaften von Wirtschaftsgütern sind die Tausch- und Marktfähigkeit.[5]

In den Wirtschaftswissenschaften geht man davon aus, dass die Menschen unendlich viele Bedürfnisse haben („Unersättlichkeitsaxiom“). Das heißt, die Bedarfsmenge ist immer größer als die Angebotsmenge. Die infolge dieser Knappheit definierten Wirtschaftsgüter bilden die Grundlage der Definition des Wirtschaftens. Da die Bereitstellung von Gütern Kosten verursacht, sind wir zu wirtschaftlichem Handeln gezwungen.[6]

Unter Wirtschaften versteht man das Entscheiden über knappe Güter.[7] Dieser Tatbestand wird von vielen als ein konsistenter, raum- und zeitunabhängiger sowie ideologieindifferenter Fragenkreis betrachtet, der den betriebswirtschaftlichen Erkenntnisgegenstand operational und angemessen präzise bestimmt.[8][9]

Güter sind also ein zentrales Element jeder wirtschaftswissenschaftlichen Untersuchung. Aufgrund ihrer allgemein gehaltenen Definition erfassen die Wirtschaftswissenschaften de facto alle Mittel und Leistungen als „Gut“, die irgendeinen Nutzen stiften. Somit sind es letztlich auch Güter, die aus volkswirtschaftlicher Sicht die ökonomische Wohlfahrt bestimmen.