Gutshof


Ein Gutshof ist ein größeres landwirtschaftliches Anwesen, als herrschaftlicher Besitz auch Gut, Landsitz oder Domäne genannt, oder ein Bauerngut (Bauernhof).

Er enthält die Gutsanlage (Herrenhaus, Ställe, Scheunen und Gesindehäuser) mit Land, Forst und Wasser. Nebenhöfe, die vom Haupthof aus verwaltet wurden, nannte man Vorwerk.

Früher stand ein Gut für Vermögen oder Besitz. Daraus entwickelte sich die Bezeichnung Gut für ein großes landwirtschaftliches Anwesen. Die Güter, welche Ritter für verdienstvolle Tätigkeiten von ihrem König erhielten, wurden auch Rittergüter genannt. In Norddeutschland, vor allem in Schleswig-Holstein, gab es dafür auch die Bezeichnung Adliges Gut.

Im Rahmen der Grundherrschaft hatte ein Gutshof als Fronhof weitreichende Kompetenzen. Beispielsweise ging vom Gutsherrn die Patrimonialgerichtsbarkeit aus, in Preußen sogar bis ins 19. Jahrhundert.

Im Laufe der Zeit löste sich die Bezeichnung als Rittergut oder adliges Gut von den Besitzverhältnissen und war nur noch die Bezeichnung für ein mit bestimmten Rechten ausgestattetes landwirtschaftliches Unternehmen, das auch Bürgerlichen gehören konnte.

Die Helfer der alten Gutshöfe durften früher in kleinen Siedlungen wohnen, die norddeutsch „Heisch“ genannt wurden.


Beispiel eines Gutshauses (hier das Schloss Reckahn, auch Herrenhaus Reckahn genannt)
Gut Geiselbullach in Olching (Lage)