Habsburg


Die Habsburger (auch Haus Habsburg, Haus Österreich oder Casa de Austria[1]) sind ein nach ihrer Stammburg im heutigen Schweizer Kanton Aargau benanntes Fürstengeschlecht, das seit dem Spätmittelalter zu einer der mächtigsten Dynastien Europas aufstieg und bis zum Ende des Alten Reiches 21 römisch-deutsche Könige und Kaiser und von 1804 bis 1918 die Kaiser von Österreich stellte. Ausgehend von seiner im 13. Jahrhundert errungenen Hausmacht über das Herzogtum Österreich erlangte es zeitweilig die Herrschaft über einen ausgedehnten Länderkomplex, der von Ungarn über Böhmen und die Niederlande bis nach Spanien und Portugal reichte und auch die Kolonialreiche der letzteren in Amerika, Afrika und Asien umfasste.[2]

Die Bezeichnung „Haus Österreich“ wurde im 14. Jahrhundert vom wichtigsten Erbland der Habsburger, dem Herzogtum Österreich, auf die Dynastie übertragen und später auf sämtliche von ihr beherrschten Länder.[3] Wien, die Hauptstadt des Herzogtums war seit dem ausgehenden Mittelalter die bevorzugte Residenz der Dynastie. Nach der Aufwertung des österreichischen Herzogtums zum Erzherzogtum bürgerte sich die Bezeichnung Erzhaus für die Herrscherfamilie ein. Sie war die einzige, die den von ihr selbst geschaffenen Titel Erzherzog(in) verwendete.

Die Stammlande der Habsburger lagen im Norden der heutigen Schweiz. Zu Beginn ihres Aufstiegs zu deutscher und europäischer Machtstellung verfügten sie zudem über weiteren Landbesitz im Herzogtum Schwaben, vor allem im Oberelsass zwischen Basel und Straßburg.[2] Im Oktober 1273 wurde Rudolf I. als erster Habsburger zum Römisch-deutschen König gewählt.[2] Durch den Sieg über seinen Konkurrenten bei der Königswahl, Ottokar von Böhmen, gelang es ihm, für sich und seine Söhne die Herzogtümer Österreich, Steiermark und Krain zu sichern. Weitere bedeutende territoriale Zugewinne machten die Habsburger 1335 mit dem Herzogtum Kärnten und 1363 mit der Grafschaft Tirol. Von 1438 bis 1457 fiel auch das Königreich Böhmen zum ersten Mal unter habsburgische Herrschaft.


Stammwappen der Habsburger (in der Zürcher Wappenrolle um 1340)
Ansicht der Habsburg von Hans Ulrich Fisch, 1634.
Hauswappen gekrönt mit dem Erzherzogshut, 1512
Gebietsansprüche der Habsburger um 1200
Habsburgische Stammlande (Karte von 1879)
Rudolf I., ab 1273 erster römisch-deutscher König aus dem Hause Habsburg, begründete die überregionale Bedeutung seiner Dynastie
Kloster Muri, Schweiz (Kanton Aargau): Gründung der Grafen von Habsburg (1027)
Kaiser Maximilian I. legte den Grundstein für die Macht des Hauses Österreich mit seiner europäischen Heiratspolitik der Habsburger
Herrschaftsbereich der Habsburger vor der Teilung von 1556 in der Alten Welt
Kaiserin Maria Theresia (1717–1780) war die Erbin der Habsburger. Seit ihrer Heirat mit Franz Stephan von Lothringen nannte sich das Haus Habsburg-Lothringen.
Karl I. war der letzte Kaiser von Österreich (1887–1922)
„Das genealogische Wappen des Allerdurchlauchtigsten regierenden Kaiserhauses“, ab 1806